Doktorarbeit: Anomalien in Organisationen

Anomalien in Organisationen

Eine Studie zur Paradoxie von Regelverletzungen in Organisationen

Strategisches Management, Band 135

Hamburg 2012, 330 Seiten
ISBN 978-3-8300-6449-7 (Print), ISBN 978-3-339-06449-3 (eBook)

Duldung, Entscheidungstheorie, Mikropolitik, Organisationen, Organisation und Individuum, Paradoxien von Regeln, Regeln, Regelverletzung, Sanktionen, Umgang mit Regeln

Zum Inhalt

„Was können Menschen in Organisationen mit den Regeln anstellen, die dort herrschen, und welche Folgen kann das haben – und zwar in jeder Richtung? Die Dissertation von Herrn Vierling macht das Thema Regeln bzw. Regeleinhaltung und Regelverstöße in Organisationen sowie deren Deutungsmöglichkeiten und Funktionen zum Thema. Es geht dem Autor darum, Stabilitäten und Instabilitäten, Normierungen und Spielräume auszuloten. Es geht um Spielräume und Paradoxien und um die Frage, wofür beides gut sein kann. Die Arbeit schließt an systemtheoretische, entscheidungstheoretische sowie mikropolitische Diskurse an.

Es handelt sich hier um eine eigenständige und sowohl für die Forschung als auch für Praxisverwendungen interessante Forschungsleistung. Durch diese Arbeit wird ein differenzierteres Bild zur Funktionalität von Regeln und Regelverletzungen in Organisationen eröffnet als bislang möglich. Individuelle, kollektive und organisationale Weisen des Umgehens mit Regelung in Organisationen tragen dazu bei, die normierend-kontrollierende mit der (potentiell) innovierend-öffnenden Perspektive so zu verknüpfen, dass neue Einsichten gerade für Organisationsprozesse in dynamischen und komplexen Kontexten möglich werden.

Hinsichtlich des empirischen Teils der Untersuchung – einer offenen und so überzeugend konzipierten wie kreativ ausgestalteten Online-Befragung – ist festzustellen, dass mit diesem Mittel ein produktiver Zugang zu einem ansonsten weitgehend verschlossenen Feld eröffnet worden ist. Reale Phänomene der Regeleinhaltung und Regelverletzung sowie deren Einschätzung (durch Akteure wie Beobachtende) lassen sich praktisch nicht direkt zuverlässig und valide erfragen. Daher bietet der hier gewählte „Umweg“ über eine offene Befragung (die Befragten melden sich selbst und entscheiden damit auch selbst, zur Untersuchungsmenge zu gehören) eine zwar überraschende, insgesamt aber doch auch forschungsmethodisch akzeptable Lösung.

Es handelt sich fraglos um eine originelle Arbeit mit interessanten und neuen Ergebnissen, die auf eine originelle Weise erzeugt worden sind. Regeln werden damit weniger als Garanten von Ordnung und Stabilität interessant sondern zugleich als mögliche Quellen des Neuen, Besseren und Zukünftigen. Das macht das gelingende und angemessene Umgehen mit Regeln in der organisationalen Praxis für alle Beteiligten und Betroffenen komplexer und unsicherer. Dieses detailliert nachgezeichnet und empirisch gestützt zu haben, zählt zu den Stärken der Arbeit.“

Prof. Dr. Erwin Wagner, Stiftung Universität Hildesheim



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