Dissertation: Situatives Rauchverlangen bei Jugendlichen

Situatives Rauchverlangen bei Jugendlichen

Forschungsergebnisse zur Suchtprävention, Band 10

Hamburg 2012, 170 Seiten
ISBN 978-3-8300-6084-0 (Print & eBook)

Jugendliche, Kindheits- und Jugendforschung, Messinstrumententwicklung, Nikotinabhängigkeit, Prävention, Psychologie, Rauchen, Rauchverlangen, SUS-Skala, Tabakrauchen

Zum Inhalt

Rauchverlangen (im englischen urge oder craving) beschreibt den starken Wunsch oder eine Art Zwang, Tabak zu konsumieren und ist ein zentrales Kriterium für das Vorhandensein einer Sucht oder Abhängigkeit. Rauchverlangen zeigt die höchste Prävalenz in vielen Studien, ist das am häufigsten genannte Entzugssymptom, wird von Jugendlichen als größte Schwierigkeit beim Aufhören beschrieben und ist ein wichtiger Prädiktor des Rückfalls. Da dieses Rauchverlangen gemäß der Theorie der Hinweisreize speziell in der Jugend an bestimmte Situationen geknüpft ist, wurde ein Messinstrument zur Erfassung des situativen Rauchverlangens entwickelt. Diese neu entwickelte Skala des situativen Rauchverlangens (engl.: situational urge to smoke scale; SUS-Skala) weist mit 9 Fragen eine dreifaktorielle Struktur auf (Varianzaufklärung 58.7%), die den Subskalen positiv-sozial, negativ-affektiv und Gewohnheit zugeordnet werden können. In einem zweiten Schritt wurde mittels einer Regression überprüft, anhand welcher Variablen sich das situative Rauchverlangen, repräsentiert durch die SUS-Skala, vorhersagen lässt. Unabhängige Variablen waren die Nikotinabhängigkeit, die Rauchdauer, die Anzahl der Zigaretten pro Tag oder Gelegenheit, durchgeführter Aufhörversuch und die Anzahl der Aufhörversuche. Es wurden eindeutige Zusammenhänge zwischen allen unabhängigen Variablen und dem situativen Rauchverlangen gefunden (OR zwischen 1.3 und 20.0). Dieses Ergebnis betrifft sowohl das Rauchverlangen insgesamt als auch das Rauchverlangen in positiv-sozialen (PS), negativ-affektiven (NA) und Gewohnheitssituationen (G). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Rauchverlangen bei Jugendlichen in hohem Maße situationsabhängig ist. Diese Erkenntnis kann zum Beispiel zur Entwicklung präventiver Maßnahmen eingesetzt werden.



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