Dissertation: Sigmund Freud als Autor in Villarets Handwörterbuch der Gesamten Medizin von 1888–1891

Sigmund Freud als Autor in Villarets Handwörterbuch der Gesamten Medizin von 1888–1891

Schriften zur Medizingeschichte, Band 1

Hamburg 2011, 670 Seiten
ISBN 978-3-8300-6027-7 (Print), ISBN 978-3-339-06027-3 (eBook)

Rezension

[...] Der Titel von Menningers Buch lässt eine trockene neuroanatomisch-neurologische Quellen-Studie erwarten, was aber nicht zutrifft.
[...] Der Leser jedenfalls findet darin eine Fülle von Originalquellen und konzisen Text-Interpretationen, die das Umfeld des voranalytischen Freud authentisch und ohne viel Sekundärliteratur darstellen, wobei immer noch rund 370 (wirklich gelesene) Literatur-Referenzen zusammenkommen. Vielfach nicht übersetzte originale Textausschnitte mögen den der französischen Sprache Unkundigen bei der Lektüre behindern. Trotz dieser Einschränkung bleibt der Eindruck eines imponierenden Werks, das einen festen Platz in der historischen Freud-Hysterie-Forschung verdient.

Bernd Holdorff, in:
LUZIFER-AMOR, 26. Jahrgang, Heft 51, 2013

Ambroise Liébeault, Freuds anatomische Schriften, Freuds neurologische Schriften, Hippolyte Bernheim, Humanmedizin, Hypnoide Zustände, Hysterie, Jean-Martin Charcot, Josef Breuer, Medizin, Medizingeschichte, Moriz Benedikt, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Tagtraum, Trauma, Traumwachen

Zum Inhalt

Der besondere Reiz, einer Autorschaft Freuds an den unsignierten Artikeln in Villarets Handwörterbuch der Gesamten Medizin nachzu?spüren, liegt darin, das wissenschaftliche Denken Freuds innerhalb einer Zeitspanne von 1886–1891 in seinen Grundmustern nachzuzeichnen, um jene Stellen in den Blick zu rücken, an denen er mit Tradiertem bricht. An diesen Diskontinuitäten wird die Handschrift Freuds erkennbar.

Das Werk ist dialogisch aufgebaut und zeigt in einem ersten Schritt, wo sich Freuds Gedankenwelt mit der von Benedikt, Breuer, Charcot, Bernheim und Li?beault berührt und wo sich deren Welten trennen. Mit der historischen Methode der Exegese wird Freuds Autorschaft an drei Artikeln zu den einzig gesondert beschriebenen Gehirnnerven „Abducens“, „Accessorius“, „Facialis“, und „Facialiskrampf“ ermittelt. Die Autorschaft Freuds an dem Artikel „Aphasie“ wird entgegen unlängst geäußerter Zweifel neu begründet. Der Artikelabschnitt „Gehirn. II. Physiologie“ und der Artikel „Lokalisation“ werden nachweislich einer Autorschaft des Physiologen Johannes Gad zugeordnet und der Artikel „Kinderlähmung, spinale“ seinem Autor Alfred Goldscheider, nicht Freud.



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