Dissertation: Preisstrategien in der Softwareindustrie

Preisstrategien in der Softwareindustrie

Gestaltung, Einflussfaktoren und Erfolgsauswirkungen der Bemessungsgrundlage

Strategisches Management, Band 120

Hamburg 2011, 270 Seiten
ISBN 978-3-8300-5889-2 (Print & eBook)

Rezension

Wer mit der Preisgestaltung von Software zu tun hat, dürfte mit der Dissertation nicht nur einen Überblick über gängige Modelle, sondern auch einen Einblick in die Strategien der Konkurrenz, aber auch von Kundenfirmen erhalten.

inside-it.ch, 30.9.2011

Bemessungsgrundlage, BWL, Expertenbefragung, Inhaltsanalyse, Nutzungsabhängiges Preismodell, Preisgestaltung, Preisstrategie, Saas, Software, Software-as-a-Service, Softwareanbieter, Wirtschaftsinformatik

Zum Inhalt

Preisstrategien gehören zweifellos zu den entscheidenden und kritischen Stellschrauben eines jeden Unternehmens. In der betriebswirtschaftlichen Forschung und Praxis sind in diesem Umfeld verschiedenartige Studien durchgeführt worden. Neben allgemeinen ökonomischen Empfehlungen bestehen auch branchenspezifische Studienergebnisse. Überraschend ist hingegen, dass es bisher kaum empirische Untersuchungen bezüglich Preisstrategien in der Softwareindustrie gibt. Dabei lassen sich traditionelle Preismodelle aus anderen Branchen nicht ohne weiteres auf Softwareprodukte übertragen.

Diese Lücke wird in diesem werk adressiert. Im Rahmen einer umfangreichen Expertenbefragung unter Softwareanbietern und -kunden wurden Einflussfaktoren und Erfolgsauswirkungen der Software-Preisgestaltung untersucht. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Bemessungsgrundlage des Preismodells gelegt, der gerade für Softwareprodukte eine entscheidende Bedeutung zukommt. Unter einer Bemessungsgrundlage (teilweise auch als Preismetrik bezeichnet) wird die Einheit verstanden, auf die sich der Preis bezieht. Sie wird in nutzungsunabhängige und nutzungsabhängige Einheiten unterschieden.

Neben den Ergebnissen dieser Studie vermittelt das Buch einen Überblick über grundsätzliche Möglichkeiten der Software-Preisgestaltung und den jeweils vorliegenden Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen. Außerdem wird auf den aktuellen Status-quo verwendeter Preismodelle für On-Premise-Lösungen sowie insbesondere für die noch junge Softwarebereitstellungsform Software-as-a-Service eingegangen.

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass eine entsprechend geschickt gewählte Bemessungsgrundlage entscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Softwareanbieters hat. Sowohl die erzielbare Preishöhe als auch die Absatzmenge wird durch die Wahl der Bemessungsgrundlage bestimmt. Die Ergebnisse der Expertenbefragung zeigen, dass einige Software?anbieter mit der Wahl ihrer Bemessungsgrundlagen unterschiedlichste strategische Ziele verfolgen. Andere Anbieter haben jedoch in der Vergangenheit überwiegend Preismodelle der Konkurrenz übernommen und somit möglicherweise auf strategisches Gestaltungspotenzial verzichtet.

Die in dieser Studie identifizierten Einflussfaktoren und potenziellen Erfolgsauswirkungen der Bemessungsgrundlage können somit neben ihrer wissenschaftlichen Bedeutung für zukünftige Studien auch wichtige Hinweise für Softwareanbieter für die zukünftige Gestaltung ihrer Produkte liefern.



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