Dissertation: Freizeitverhalten von Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen

Freizeitverhalten von Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen

Eine deskriptive Untersuchung von Schülern der Klassen 7 bis 9 an Schulen zur Lernförderung und Sonderpädagogischen Förderzentren in Mittel-, Ober- und Unterfranken

Sonderpädagogik in Forschung und Praxis, Band 30

Hamburg , 424 Seiten

ISBN 978-3-8300-5862-5 (Print)
ISBN 978-3-339-05862-1 (eBook)

Zum Inhalt

Die sinnvolle Gestaltung der vorhandenen Freizeit ist in der Postmoderne zu einem zentralen Element von Lebensqualität und Selbstverwirklichung geworden. Freizeit ist heute mehr als das reine Frei-Sein von Arbeit und Verpflichtungen – sie ist „zentraler Ort identitätsstiftender Lebenspraxis geworden“ (ZELLMANN 2003, 49). Allerdings bringt die Aufgabe der sinnvollen Freizeitgestaltung z.B. für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten besondere Schwierigkeiten mit sich. Die (häufig reichlich vorhandene) Freizeit trotz eingeschränkter finanzieller Mittel in sinnstiftender Weise zu verbringen wird zu einer besonders anspruchsvollen Aufgabe für die Betroffenen.

Wenn Pädagogik heute Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung lebensnah unterstützen und begleiten will, kommt sie am Freizeitbereich nicht vorbei. Sie muss sich auch auf das Gebiet der Freizeitpädagogik begeben. Freizeitpädagogik leistet Hilfestellungen, in der zugenommenen quantitativen und qualitativen Komplexität des Freizeit- und Entertainment-Marktes Orientierung zu finden und zu einem verantwortungsvollen Freizeitverhalten zu gelangen. Um Konzepte für eine sinnvolle Freizeit­gestaltung zu entwickeln, bedarf es dabei eines umfangreichen und gesicherten Wissens darüber, wie sich die Freizeitsituation spezieller gesellschaftlicher Gruppen darstellt. In den großen Jugenduntersuchungen wie der Shell-Studie wird das Freizeitverhalten umfassend beleuchtet, allerdings geraten dabei Randgruppen aus dem Blick. So ist die Gruppe der Sonder- oder Förderschüler in den bundesdeutschen Studien i.d.R. nicht repräsentiert.

Die Verfasserin nimmt vor diesem Hintergrund eine Zielgruppe in den Blick, welche prospektiv verstärkt von Erwerbslosigkeit – und damit von übermäßig viel Freizeit – betroffen sein wird. Insofern bieten sich jugendliche Schüler mit Lernbeeinträchtigungen als Zielgruppe für eine umfassende Studie zum Freizeitverhalten an. Deren Freizeitgestaltung wird mit Hilfe der Untersuchung in ihren individuellen Zusammenhängen und Besonderheiten dargestellt, um eine Basis für die Erarbeitung freizeitpädagogischer Konzepte zu entwickeln. Das Freizeitverhalten von Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen wird anhand einer großen repräsentativen Stichprobe von 2.443 Schülern deskriptiv analysiert. Die Studie beschreibt die Freizeitgestaltung dieser Gruppe und beleuchtet dabei Strukturen und Funktionen von Freizeitaktivitäten für die ausgewählten Jugendlichen.

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