Dissertation: Dalmatien in Wien

Dalmatien in Wien

Die dalmatinischen Abgeordneten im Wiener Reichsrat 1867–1918

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 65

Hamburg 2011, 390 Seiten
ISBN 978-3-8300-5765-9 (Print), ISBN 978-3-339-05765-5 (eBook)

19. Jahrhundert, Dalmatien, Geschichtswissenschaft, Italien, Juraj Biankini, Kroatien, Landwirtschaft, Österreichische Doppelmonarchie, Reichsrat Wien, Sprachenfrage

Zum Inhalt

Das ehemalige österreichische Kronland Dalmatien, das in der Zeit der Doppelmonarchie (1867 bis 1918), zum österreichischen (cisleithanischen) Reichsteil gehörte, galt als das „Stiefkind“ der Monarchie. Diesen Eindruck vermittelten jedenfalls die dalmatinischen Abgeordneten, die ihr Land im Reichsrat in Wien vertraten. Die Arbeit geht der Frage nach, ob die politische, wirtschaftliche und soziale Lage in Dalmatien tatsächlich den teils ergreifenden Schilderungen der dalmatinischen Abgeordneten in Wien entsprach. Damit wird eine bisher ungekannte und sehr detaillierte Innenansicht eines faszinierenden, aber auch problematischen Landes geboten: Vor allem werden die großen Probleme deutlich gemacht, wie sie für alle Grenzländer der österreichische Monarchie in den Jahren 1867 bis 1918 in ähnlicher Weise typisch gewesen sind: Die Sprachenproblematik (in Dalmatien der Gegensatz zwischen italienisch oder kroatisch) oder die oft katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse (in Dalmatien die fehlenden Eisenbahnverbindungen, die archaische Landwirtschaft, das Analphabetentum oder die Auswanderung). Von tragischer Vergeblichkeit war der Kampf der dalmatinischen Abgeordneten um die „historische“ Wiedervereinigung von Kroatien und Dalmatien. Die Haltung der österreichischen Regierungsstellen gegenüber Dalmatien, etwa die rigorose Zensur, die Versuche zur Germanisierung oder die wirtschaftliche Vernachlässigung, lassen Zweifel an der „Modellhaftigkeit“ der österreichischen Doppelmonarchie aufkommen.



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