Dissertation: Das Zusammenspiel von metakognitiven Überwachungs- und Kontrollprozessen

Das Zusammenspiel von metakognitiven Überwachungs- und Kontrollprozessen

Zur Bedeutung von Hinweisreizen für Lernurteile im Schulalter

Schriften zur Entwicklungspsychologie, Band 25

Hamburg 2010, 282 Seiten
ISBN 978-3-8300-5342-2 (Print & eBook)

Entwicklungspsychologie, Judgments-of-Learning, Kinder, Kontrolle-Monitoring-Modell, Metakognition, Metakognitive Überwachung, Paarassoziationsparadigma, Prozedurales Metagedächtnis, Psychologie, Selbstgesteuertes Lernen

Zum Inhalt

Die Gesellschaft in der wir leben, ist zunehmend durch sich immer schneller vollziehende Veränderungsprozesse gekennzeichnet. Hiermit geht einher, dass sich die den Menschen zugängliche Wissensbasis stetig mehrt und neue Technologien immer weiter in das alltägliche Leben vordringen. In Anbetracht dieser Entwicklungen nimmt die Erforschung von Lernprozessen einschließlich Faktoren, die unter möglichst effizienter Ressourceneinteilung zum Lernerfolg beitragen, aktuell einen hohen Stellenwert ein.

In diesem Zusammenhang stellt auch der jeweilige Lernkontext ein zentrales Merkmal dar. So ist es durchaus zutreffend, dass im Rahmen einer Prüfungsvorbereitung mit dem Ziel eine möglichst gute Note zu erzielen, eine insgesamt hohe Lernzeitinvestition auch eine entsprechend gute Leistung nach sich ziehen sollte. Hiervon sind selbstgesteuerte Lernvorgänge abzugrenzen, bei denen die Lernzeiteinteilung eher durch das Lernmaterial selbst bestimmt wird. Jeder Lerneinheit wird dabei lediglich so viel Zeit zugeteilt, wie für eine korrekte Erinnerungsleistung nötig ist. Mit Blick auf das Erwachsenenalter mehren sich die Belege für die bisher kontraintuitive Annahme, dass im letztgenannten Fall für schneller gelernte Lerneinheiten höhere Lernurteile abgegeben und diese auch besser erinnert werden. An der Untersuchung dieses Zusammenhangsmusters im Kindesalter setzt das Werk an. Es wird untersucht, ob Kinder im (Vor-)Schulalter die für eine Lerneinheit investierte Lernzeit als unbewussten Hinweisreiz für Einschätzungen der eigenen zukünftigen Lernleistung nutzen. In Erweiterung der bisherigen mit Wortpaaren als Stimulusmaterial ermittelten Befundlage kommen erstmals leichte und schwere Bildpaare zur Verwendung, um geringer ausgeprägte Lesekompetenzen bei jüngeren Untersuchungsteilnehmern auszugleichen.

Insgesamt untermauern die Ergebnisse der Studie die Bedeutung von gedächtnisbezogenen Hinweisreizen für Lernurteile, die nicht nur im Erwachsenenalter sondern auch bereits bei Kindern im Verlauf des Schulalters zum Tragen kommen. So zeigt sich ein deutlicher Entwicklungstrend in der Nutzung der Lernanstrengung als unbewusstem Hinweisreiz für Lernurteile und Erinnerungsleistung. Bereits etablierte entwicklungspsychologische Befunde zur Bedeutung von Itemschwierigkeit und Lernzeiteinteilung werden ebenso überwiegend bestätigt. Es zeichnen sich weitere Forschungsansätze zur Untersuchung möglicher Verknüpfungsvarianten von Prozessen des prozeduralen Metagedächtnis ab. Weiterhin erlauben die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen detaillierte Schlussfolgerungen zur Frage nach Entwicklungstrends in der metakognitiven Überwachungsgenauigkeit an sich, welche für eine Vielzahl alltäglicher Lernvorgänge von praktischer Relevanz ist.



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