Doktorarbeit: Das Arbeitskonzept von Elsa Gindler (1885–1961) dargestellt im Rahmen der Gymnastik der Reformpädagogik

Das Arbeitskonzept von Elsa Gindler (1885–1961) dargestellt im Rahmen der Gymnastik der Reformpädagogik

«Zulassen, dass sich etwas ändert.»

- 2. korrigierter Nachdruck 2013 -

Schriften zur Sport­wissenschaft, Band 93

Hamburg 2010, 488 Seiten
ISBN 978-3-8300-5233-3

Achtsamkeit, Bewegungsbildung, Elsa Gindler, Erwachsenenbildung, Erziehungswissenschaft, Gesundheit, Gymnastik, Heinrich Jacoby, Körperpsychotherapie, Motologie, Pädagogik, Reformpädagogik, Sportwissenschaft, Verhaltensbildung

Zum Inhalt

Elsa Gindler (1885–1961) entwickelte im Berlin der 20er-Jahre in Zusammenarbeit mit Heinrich Jacoby (1889–1964) ihr Arbeitskonzept auf der Grundlage der eigenen Praxis und damaliger wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Experimentalpsychologie und der Reformpädagogik im Rahmen von privaten Erwachsenenbildungskursen. In Arbeits­gemein­schaften wurden die Grundbedingungen eines zweckmäßigen und produktiven Funktionierens im Alltag auf der Basis einer bewussten Achtsamkeit erarbeitet. Im Mittelpunkt stand der einzelne Mensch mit all seinen Beziehungsmöglichkeiten. Ziel war seine Entfaltung im Hinblick auf eine verantwortliche und befriedigende Lebensführung. Ihre Arbeit wirkte inspirierend auf verschiedene pädagogische und therapeutische Verfahren. Gindlers Konzept einer Bewegungsbildung als Dimension allgemeiner Bildung konkretisiert eine Sinndimension der heute aktuellen Bildungs­theorie von Wolfgang Klafki.

Zur Darstellung gelangen die Geschichte der Gymnastik in Deutschland, sowie die spezielle Traditionslinie der Gymnastik innerhalb der Reform­pädagogik mit ihren französisch- amerikanischen Wurzeln (François Delsarte – Geneviève Stebbins – Hede Kallmeyer). Gindlers Arbeits­konzept wird mittels Interpretation der Quellen in der Form von Unter­richts­beschreibungen dargestellt. Drei Kurse aus den Jahren 1927, 1936/37 und 1959 wurden rekonstruiert und ermöglichten eine systematisierende Strukturanalyse und die Verfassung einer konsistenten Theorie. Die von Gindler stets improvisatorisch gehandhabte Kurspraxis gestaltet das Bildungsgeschehen prozess- und zielorientiert. Aus vielen Versuchen der Selbstwahrnehmung zum eigenen Zustand und Verhalten, versuchte Gindler die Freiheit unroutinierten Handelns zu vermitteln. Die kritische Würdigung und der Ausblick bindet das Arbeitskonzept in die aktuelle Diskussion um die Bewegungskompetenz als Bildungsdimension ein.

Das Übungsheft von 1912, mehrere Vorträge, sowie ausgewählte Kurs­notizen werden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie bieten Grundlage für die weitere Beschäftigung mit Elsa Gindler.

Die Abhandlung zum Arbeitskonzept von Elsa Gindler betritt Neuland. Der Nachlass von Gindler wurde gesichtet und erstmals wissenschaftlich bearbeitet. Mit der systematischen Darstellung von Gindlers Arbeits­konzept ist nun die Möglichkeit gegeben, ihre Praxis auf Grund der Quellen neu zu inszenieren.



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