Forschungsarbeit: Determination des Indeterminierten

Determination des Indeterminierten

Kritische Anmerkungen zur Determinismus- und Freiheitskontroverse

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 92

Hamburg 2010, 258 Seiten
ISBN 978-3-8300-5099-5 (Print & eBook)

Determinismus, Freiheit, Geschichtswissenschaft, Idealismus, Indeterminismus, Isolation, Materialismus, Natur, Philosophie, Quantenphysik, Reintegration, Willensfreiheit, Wissenschaft, Wissenschaftstheorie

Zum Inhalt

Die Wissenschaft ist nicht weiter imstande in die Natur einzudringen; besonders anschaulich zeigt dies die Kopenhagener Deutung der Unschärferelation Heisenbergs, die die Quantenphysik mystifiziert.

Woraus resultiert dieses Unvermögen?

Der Mensch musste, um sich selbst zu finden, zunächst eine Welt verlieren; er musste sich durch Negation vom Gesamtsystem Natur relativ isolieren, sich selbst erkennen, indem er sich dieser betrachtend gegenüberstellte. Der Kulminationspunkt dieser Millionen Jahre währenden Selbstisolation aber ist die Forderung nach menschlicher Willensfreiheit, die jedoch nicht oder nur widersprüchlich realisiert werden kann.

Die Philosophie in ihrer Gesamtheit, die diese Abkehr des Menschen auf die eine oder andere Art systematisierte, ist nunmehr an einem Punkt angelangt, an dem sie die menschliche Erkenntnis nicht weiter zu befördern vermag. Indem sie die infolge dieser relativen Isolation gewonnene Welterkenntnis allein dazu benutzt, diese Abkehr des Menschen zu vertiefen, verhindert sie die bewusste Reintegration des Menschen ins Gesamtsystem Natur und droht ihn erneut in die Bewusstlosigkeit zu versenken.

Die gegenwärtigen ökonomischen und ökologischen Probleme, die die menschliche Gesellschaft in ihrem Bestand akut bedrohen, werden sich aber nur dann überwinden lassen, wenn der Mensch sich als das zu begreifen lernt, was er immer war: als ein Teil im großen Ganzen, nicht mehr und nicht weniger. Sollte diese Reintegration aus irgendwelchen Gründen nicht vollzogen werden können, dann wird die Spezies Mensch, wie so viele andere Formen vor ihr, abgelöst; denn die Evolution, die unaufhaltsame dialektische Bewegung der Materie, kennt in ihrer Gesamtheit kein höher- oder minderwertig: Sie wird auch vor dem Menschen keinen Halt machen.

Daraus folgt aber, dass es der Philosophie als Universalwissenschaft – möchte sie ihren Namen zu Recht tragen – gelingen muss, diesen bewussten Rückschritt des Menschen in die Natur theoretisch zu vollziehen. Um dies zu bewerkstelligen, sind die Phänomene Materialismus und Idealismus, Determinismus und Indeterminismus einschließlich der Willensfreiheit in das materielle Gesamtgefüge einzuordnen, funktional zu erfassen und daraus wissenschaftstheoretische Ableitungen zu generieren. – Eben dies soll im Rahmen dieses Werkes geleistet werden.

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