Forschungsarbeit: Rumänien und seine Stereotype in der Presse

Rumänien und seine Stereotype in der Presse

Am Beispiel deutscher und französischer Zeitungen (2003 bis 2008)

Schriften zur Medienwissenschaft, Band 24

Hamburg 2010, 338 Seiten
ISBN 978-3-8300-5073-5 (Print), ISBN 978-3-339-05073-1 (eBook)

Armut, Auslandsberichterstattung, Deutschland, Europäische Union, Frankreich, Inhaltsanalyse, Korruption, Kriminalität, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Osteuropa, Rumänien, Stereotyp, Zeitung

Zum Inhalt

Korruption, Armut, Kriminalität und der Blutsauger Dracula – das Bild Rumäniens im Ausland ist, so scheint es, von Negativstereotypen geprägt. Mit dem Beitritt zur Nato 2004 und zur Europäischen Union 2007 ist Rumänien Westeuropa politisch nähergekommen. Ob sich damit die Berichterstattung über das Land und seine Einwohner verändert hat, ob Medien nun mit den Klischees aufräumen oder sich der Stereotype unverändert bedienen, klärt Claudia Salden in dieser bisher umfassendsten Studie zum aktuellen Rumänienbild im Ausland.

Die an der Universität Leipzig entstandene Inhaltsanalyse von deutschen und französischen Tageszeitungen setzt neue Maßstäbe: In einer Vollerhebung hat Claudia Salden 3.002 Artikel über Rumänien und Rumänen untersucht, die zwischen Januar 2003 und März 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Saarbrücker Zeitung, Le Monde und dem Républicain Lorrain erschienen sind. Erhoben wurden bis zu 96 Merkmale pro Artikel. Auf dieser Grundlage werden Umfang und Vielfalt der Rumänienberichterstattung im zeitlichen Verlauf beschrieben und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen regionalen und überregionalen sowie zwischen deutschen und französischen Zeitungen analysiert. Auf der Basis eines eigens entwickelten Stereotypbegriffs legt die Studie besonderes Augenmerk auf Rumänien-Stereotype und ihre Eigenschaften in der journalistischen Berichterstattung. Im Hintergrundteil des Buches werden die Beziehungen zwischen Rumänien und Deutschland bzw. Frankreich, bisherige Untersuchungen zur historischen und aktuellen Darstellung Rumäniens, das deutsche und französische Mediensystem sowie die interdisziplinäre Stereotypenforschung beschrieben.

Dem empirischen Teil kommt in dreifacher Hinsicht eine Pionierfunktion zu: Es ist die erste umfangreiche Inhaltsanalyse und die erste Langzeitstudie zur Rumänienberichterstattung sowie die erste Untersuchung von Rumänien-Stereotypen in Tageszeitungen. Die mediale Darstellung von Rumänien und Rumänen wurde bisher vor allem diskursanalytisch erörtert, weshalb die quantitative und qualitative Inhaltsanalyse über mehrere Jahre die Forschung auf eine erheblich breitere Basis stellt. Die Studie liefert der Kommunikationswissenschaft zudem neue Erkenntnisse zu Existenz und Eigenschaften von Stereotypen in journalistischen Texten und sensibilisiert Medienproduzenten und rezipienten für den Einsatz und die möglichen Folgen von Stereotypen. Deshalb ist das Buch nicht nur für Wissenschaftler lesenswert, sondern auch für Journalisten und für alle, die sich für Mechanismen der Auslandsberichterstattung oder speziell für die Darstellung von Rumänien und Rumänen interessieren.

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