Sammelband: Das Motiv der Reise in Literatur und Alltag

Das Motiv der Reise in Literatur und Alltag

Erkundungen

Ulmer Sprachstudien, Band 18

Hamburg 2010, 254 Seiten
ISBN 978-3-8300-4893-0 (Print), ISBN 978-3-339-04893-6 (eBook)

Argentinien, Interkulturelle Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Patrick White, Reiseberichte, Reiseerzählungen, Reiseliteratur, Reiseromane, Sprachwissenschaft

Zum Inhalt

Der 18. Band der „Ulmer Sprachstudien“ beschäftigt sich mit dem Thema „Reise“ in der Literatur und im Alltag. Die Studie beginnt daher folgerichtig mit einer Einführung, in der wesentliche Ansätze, Probleme, Ziele und Ergebnisse der Forschung zum Genre „Reiseliteratur“ besprochen und diskutiert werden.

Der Hauptteil widmet sich in Einzeldarstellungen zumeist literarischen Werken; in diesem Themenkomplex werden Beiträge, die sich der Analyse von Werken, Gattungen oder Autoren widmen, zusammengefasst. Die Beiträge sind in chronologischer Reihenfolge geordnet; der Band wird damit zu einer Art Zeitreise durch unterschiedliche Epochen der Reiseliteratur. Dabei spannt sich der Bogen von den früheren Chroniken aus der neuen Welt („Crnicas de Indias“) über einen der großen Reiseromane des 18. Jahrhunderts, Voltaires „Candide ou l’Optimisme“ und die „Italienische Reisen“ von Goethe und seinen Zeitgenossen bis hin zu dem wohl berühmtesten Reisenden im Auftrag des British Empire, Richard Francis Burton, und zu einem russischen Weltenbummler, den Maler und Vertreter des kritischen Realismus, Wassilij Wassiljewitsch Wereschtschagin. Die Zeitreise findet ihre Fortsetzung nicht in einem fernen Land, sondern in der Analyse einer Reise ins innere Ich – das Motiv des Meeres bei Friedrich Nietzsche. Angekommen im 20. Jahrhundert führt zunächst eine Kunstreise nach Italien (Sizilien), gefolgt von einer Studie zu zwei italienischen Schriftstellern (Dino Campana und Enrico Mreule), die eine ausgedehnte Reise nach Argentinien und Uruguay und damit eine Neuorientierung italienischer Südamerikareisen vornahmen. Ähnlich wie im Aufsatz zu Friedrich Nietzsche erfolgt anschließend in der Analyse eines Theaterstückes von Patrick White die Auflösung des Motivs „Reise“ in eine Ebene des Aufbruchs und in eine Ebene der „Reise ins Ich“.

Der zweite Teil des Bandes ist geprägt von essayistischen oder narrativen Texten, die durch eigene Erfahrungen inspiriert wurden. Zu Beginn dieses Themenkomplexes erfolgt eine Reflexion über Sinn und Motive des Reisens, die in interkulturelle Betrachtungen („Fremdverstehen“) mündet. Die weiteren Beiträge sind Reiseberichte und Reiseerzählungen, eine Studienreise nach Wales (wobei die Anwendung des filmischen „Dogma-Prinzipes“ im Sprachunterricht analysiert wird), es wird berichtet von Dienstreisen nach Grossbritannien (hier wird der kritische Blick auf das „coming home“ gelenkt) und abschließend wird eine Kurzreise nach Budapest skizziert, die sich zur melancholischen Reiseerzählung entwickelt.

Die dreizehn Beiträge bieten damit sehr unterschiedliche und gleichsam interessante Herangehensweisen und Perspektiven; das Thema und Phänomen"Reise“ wird dabei sowohl wissenschaftlich als auch essayistisch angegangen, die Perspektive wechselt von literarischen, philosophischen über künstlerische, historische bis hin zu anthropologischen Erkundungen.



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