Doktorarbeit: Carl Zuckmayer als Neokyniker

Carl Zuckmayer als Neokyniker

Schriften zur Kulturgeschichte, Band 15

Hamburg , 480 Seiten

ISBN 978-3-8300-4859-6 (Print)
ISBN 978-3-339-04859-2 (eBook)

Rezension

Die vorl. interdisziplinäre [...] Studie [...] unternimmt erstmals eine kulturhistorische Gesamteinordnung des vom Verf. als Neokyniker charakterisierten Carl Zuckmayer. [...] Ausgezeichnet herausgearbeitet sind zudem kynische Subkulturformen wie die Zirkuskunst (Katharina Knie), das Spiel mit Indianermotiven (Pankraz erwacht, Sitting Bull), mit Musik- und Mondzauber (Salwäre) oder karnevalesken Freiheitswelten (z. B. Fastnachtsbeichte und Seelenbräu).
in: Germanistik, Bd. 51 (2010), H. 1-2

Zum Inhalt

Dieses Buch stellt eine tiefere kulturhistorische Einordnung von Leben und Werk Carl Zuckmayers als Neokyniker dar. Hierbei handelt es sich um eine in der Zuckmayer- Forschung bislang nicht eigens vertiefte Thematik. Bei dieser wird zentral der Kontrast von Kynismus und Zynismus mit dem einhergehenden Begriffswandel deutlich. Kennzeichnend für sie ist eine interdisziplinäre Ausrichtung, die eine zusätzliche inhaltliche Bereicherung der Darstellung mit sich bringt. So wird beispielsweise Komödien- und Karnevalstradition wie zum anderen christlich-authentische Religionstradition in ihrer lebensbejahenden Haltung in den Blick genommen. Gerade angesichts unserer heutigen existenziellen Misere ökologisch-ökonomischer Art besitzt die ganzheitliche Ausrichtung Zuckmayers höchste Aktualität: eine Ausrichtung, mit der dieser unter Bezugnahme auf positive Leitfiguren wie Franz von Assisi und Hildegard von Bingen wegweisende Orientierung geben kann. Diese Hilfe, die den Leser als ganze Person herausfordert, ist ein notwendiger Motor und Gegengewicht gegenüber dem destruktiven Nihilismus unserer wissenschaftlich-technischen Moderne. Entgegen deren Rationalismus wird wesentlich die Bedeutung der Geschöpflichkeit betont. Als hilfreicher Leitfaden hierfür dient insbesondere Zuckmayers ländliche Herkunft – so besonders anschaulich in seinem Erstlingserfolg „Der fröhliche Weinberg“ – und seine bewusste Wahl ländlicher Wohnsitze im Laufe seines Lebens. Neben seinem dort gepflegten Dasein in der Natur, speziell mit dem Hund, dem Tiersymbol der antiken Kyniker, kommt als Charakteristikum von Zuckmayer zum Ausdruck, dass er auch wie diese neben ihrem Hang zur Distanzierung an der Partizipation Gefallen fand. Dieses kann der Leser in herausgehobener Form in Henndorf erkennen: Zuckmayers österreichischem Wahlheimatort 1926 – 1938, wo er neben seinem Kontakt mit der bäurischen Bevölkerung gerade auch während der Salzburger Festspiele mit zahlreichen Künstlern Austausch und Geselligkeit pflegte.

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