Dissertation: Die Einführung Medizinischer Versorgungszentren und ihre Auswirkungen auf den Arzt als Freiberufler

Die Einführung Medizinischer Versorgungszentren und ihre Auswirkungen auf den Arzt als Freiberufler

Gesundheitsmanagement und Medizinökonomie, Band 11

Hamburg , 434 Seiten

ISBN 978-3-8300-4792-6 (Print)
ISBN 978-3-339-04792-2 (eBook)

Zum Inhalt

Jahrzehntelang war die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland durch den freiberuflichen, niedergelassenen Arzt in eigener Einzelpraxis gekennzeichnet. Neben den Schnittstellenproblemen zwischen den Teilsektoren des Gesundheitswesens (ambulant, stationär) kamen so auch die Schnittstellenprobleme innerhalb des ambulanten Sektors (Facharzt, Hausarzt) hinzu. Erst in jüngerer Zeit haben sich vermehrt Kooperationen zwischen Ärzten im ambulanten Bereich gebildet, zunächst in Form von Gemeinschaftspraxen und Praxisgemeinschaften, bei denen mehrere freiberuflich tätige Ärzte gleichberechtigt zusammenarbeiten. Nicht zuletzt der gestiegene Kostendruck führt dabei zu einem Prozess, der die traditionelle Arztpraxis immer unattraktiver erscheinen lässt. Ärztliche Kooperationen an sich stellen zwar keine Innovation im Gesundheitsbereich dar, neu sind aber die Intensität und Nachhaltigkeit, mit der diese Formen ausgelebt werden. Dabei signalisieren gesetzliche Veränderungen, dass die Anstellung von Ärzten im ambulanten Bereich weiter vorangetrieben werden soll.

Eine Entwicklung der letzten Jahre, die durch die Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen ermöglicht wurde und rasant fortschreitet, ist die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Seit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz stellen MVZ, deren Grundkonzept auf dem Prinzip der ehemaligen Polikliniken der DDR basiert, eine besondere Form der ärztlichen Berufstätigkeit dar. Einerseits können Ärzte mit mehreren Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen oder auch anderen Gesundheitsberufen gemeinsam an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, andererseits dominiert nicht mehr die klassische Selbständigkeit, die bislang als Wesensmerkmal der ambulanten Medizin in Deutschland angesehen wird. Da neben freiberuflich tätigen Ärzten auch angestellte Kollegen in einem MVZ aktiv sein können, geht mit dieser neuen Form der Berufsausübung zugleich ein Selektionsprozess aufgrund unterschiedlich gelagerter Präferenzen einher: Welche Gründe einen freiberuflich tätigen Arzt zur Praxisaufgabe und den Eintritt in ein MVZ bewegen erweist sich hierbei als zentraler Fokus. Lassen sich Vorteile der Anstellung mit denen der ärztlichen Selbständigkeit verbinden? Welche Veränderungen ihrer medizinischen Tätigkeit erfahren die Ärzte selbst in den MVZ? Die Befürchtung einer Anonymisierung der Arzt-Patienten-Begegnung zählt beispielsweise zur häufigen Kritik, die mit den MVZ verbunden wird. Welche Ausgestaltung und Eigenschaften die Zentren mehrere Jahre nach ihrer Einführung aufweisen und welche einzelwirtschaftlichen, organisatorischen, aber auch institutionellen Veränderungen sich für den freiberuflich tätigen Arzt manifestieren, sind Fragestellungen, die im Rahmen der Studie untersucht wurden. Die Autorin hat sich intensiv mit der Frage nach der Zukunft traditioneller ärztlicher Freiberuflichkeit beschäftigt und schließlich analysiert, welche Wege dem freiberuflich tätigen Arzt und seiner Berufstätigkeit eine positive Entwicklung in einem von Reformen geprägten Gesundheitswesen bieten können.

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