Dissertation: Abgrenzung des bilanziellen Eigenkapitals

Abgrenzung des bilanziellen Eigenkapitals

Darstellung und Würdigung unterschiedlicher Konzepte unter besonderer Berücksichtigung der Vorschriften des HGB, der IFRS sowie der US-GAAP

Internationale Rechnungslegung, Band 21

Hamburg 2010, 468 Seiten
ISBN 978-3-8300-4660-8 (Print & eBook)

Betriebswirtschaftslehre, Eigenkapital, Entity Theory, Gesellschaftskapital, Handelsgesetzbuch, HGB, IAS 32, IFRS, Kapitalerhaltung, Kündbare Finanzinstrumente, Mezzanine-Kapital, Personengesellschaften, Proprietary Theory, Signaling, US-GAAP

Zum Inhalt

Die breite Öffentlichkeit betrachtet die Höhe des bilanziellen Eigenkapitals spätestens seit dem Ausbruch der Finanzkrise als einen wesentlichen Indikator zur Beurteilung der Qualität eines Unternehmens. Eine hohe Eigenkapitalquote verspricht demnach ein geringes Insolvenzrisiko, positive Wachstumsaussichten und Standfestigkeit des Unternehmens gegenüber Schwankungen des wirtschaftlichen Umfelds. Die Frage, ob das nach handelsrechtlichen Normen, nach IFRS oder nach US-GAAP ermittelte bilanzielle Eigenkapital diese hoch gesteckten Erwartungen erfüllt – diese Erwartungen erfüllen kann? – ist Gegenstand dieser Studie.

Systematisch zeigt der Verfasser im ersten Teil auf, welche Informationen der Bilanzleser durch die Analyse der Kennzahl „Eigenkapital“ über ein Unternehmens gewinnen kann, und welche Eigenschaften das bilanzielle Eigenkapital hierzu jeweils aufweisen muss. Den Ausgangspunkt bildet die Überlegung, dass die Verdichtung der Finanzierungsstruktur eines Unternehmens zu einer aggregierten Größe „Eigenkapital“ immer das Ergebnis bestimmter Vorstellungen des Standardsetzers darstellt. Diese beziehen sich einerseits auf den Charakter des Unternehmens sowie andererseits auf die Aufgabe und Zielsetzung der Rechnungslegung innerhalb der jeweiligen Rechtsordnung. Nur ein Bilanzleser, der sich dieser Prämissen bewusst ist, kann das bilanzielle Eigenkapital sinnvoll interpretieren und läuft nicht Gefahr, die wirtschaftliche Lage des bilanzierenden Unternehmens grundlegend zu verkennen. Deutlich wurde diese Schwierigkeit nicht zuletzt bei der Anwendung des IAS 32 auf deutsche Personengesellschaften: Gesellschafterkapital, das typischerweise als „klassisches“ Eigenkapital angesehen wird, war in einem Abschluss nach IFRS zeitweise als Verbindlichkeit auszuweisen.

Aufbauend auf den theoretischen Überlegungen werden im zweiten Teil des Buches die Vorschriften zur Eigenkapitalabgrenzung in der handelsrechtlichen Rechnungslegung, den IFRS sowie den US-GAAP im Detail analysiert. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Implikationen der Anwendung internationaler Normen zur Eigenkapitalabgrenzung auf deutsche Personengesellschaften gelegt.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben