dokumentarische Arbeit: Neubeginn nach dem Dritten Reich – Die Wiederaufnahme wissenschaftlichen Arbeitens an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Neubeginn nach dem Dritten Reich –
Die Wiederaufnahme wissenschaftlichen Arbeitens an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Tagebuchaufzeichnungen des Altphilologen Albert Rehm 1945 bis 1946

Studien zur Zeitgeschichte, Band 73

Hamburg 2009, 334 Seiten
ISBN 978-3-8300-4469-7 (Print & eBook)

Rezension

Der Herausgeber stellt nun die bisher in privater Hand befindlichen und somit nicht allgemein zugänglichen Aufzeichnungen […] mit entsprechender Einleitung […] und weiterführenden Quellentexten […] einer an der Thematik interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. […] Den im Textkorpus vorkommenden Personen von zentraler Bedeutung widmet der Herausgeber auf eingehenden Studien beruhende weitausgreifende Biogramme.

Claudius Stein, in:
Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte, 73 (2010), H. 3

1. Nachkriegsrektorat der LMU, 1945, Albert Rehm, Bernhard Rehm, Berufungspolitik 1945-1947, Entnazifizierung, Geschichtswissenschaft, LMU München, Otto Graf, Reeducation, Säuberung, Staatskommissariat, Thesaurus linguae Latinae, Universitätsgeschichte, UNNRA Universität, Wilhelm Hoegner, Zeitgeschichte

Zum Inhalt

Die Tagebücher des ersten Nachkriegsrektors Albert Rehm an der Ludwig-Maximilians-Universität sind ein universitäts- und wissenschaftsgeschichtliches Dokument. Rehm gehörte seit seiner Berufung 1906 auf den Lehrstuhl für Klassische Philologie und Pädagogik zu den herausragenden Persönlichkeiten, die die bayerische Hochschulpolitik maßgeblich beeinflusst hatten. Während der Münchner Studentenkrawalle 1930/31 verhielt er sich als Rektor verfassungskonform, aber auch noch während des Dritten Reiches profilierte er sich als Kritiker nationalsozialistischer Berufungspolitik und mahnte den Erhalt des universitären Selbstverwaltungsprinzips an.

Die Tagebuchnotizen spiegeln den Konflikt mit der amerikanischen Militärregierung und den deutschen Instanzen nach 1945 und die enormen Aufbauleistungen sowie die konfliktreichen Anstrengungen um die Entnazifizierung der Hochschullehrer- und Studentenschaft wider. Darüber hinaus enthalten sie Notierungen über seine Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Kommission zur Herausgabe des Thesaurus linguae Latinae und den Weg dieses Projektes der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in die Internationalisierung. Die Tagebuchaufzeichnungen werden durch eine umfangreiche, auf Archivquellen beruhende Kommentierung ergänzt.



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