Doktorarbeit: Duale Identität

Duale Identität

Konsequenzen und Antezedenzien im Kontext gesellschaftlicher Partizipation

Schriften zur Sozialpsychologie, Band 17

Hamburg 2009, 216 Seiten
ISBN 978-3-8300-4134-4 (Print & eBook)

Duale Identität, Identitätsforschung, Integration, Intergruppenbeziehungen, Interkultureller Kontakt, Multikulturelle Gesellschaft, Politisierung, Psychologie, Sozialpsychologie, sozio-politische Partizipation, Zusammenleben

Zum Inhalt

Moderne Gesellschaften kennzeichnet das Zusammenleben sehr unterschiedlicher sozialer Gruppen. Eine duale Identität stellt eine Möglichkeit dar, verschiedene soziale Identitäten zu integrieren – beispielsweise als Mitglied einer ethnischen Minorität in einer multikulturellen Gesellschaft. Doch wie wirkt sich eine derartige Identitätskombination auf die Bereitschaft aus, sich in der Gesellschaft für die eigene Gruppe zu engagieren? Und welche Faktoren begünstigen möglicherweise die Entstehung und Aufrechterhaltung einer dualen Identität? Diesen Fragen widmet sich dieses Buch.

Aufbauend auf dem sozialpsychologischen Modell kollektiver Politisierung (Simon & Klandermans, 2001) wurde die Annahme überprüft, dass es sich bei politisierter kollektiver Identität um eine duale Identität handelt. Der erwartete Einfluss dualer Identität auf kollektive Politisierung wurde zunächst in einem experimentellen Kontext überprüft. Anhand von zwei Laborexperimenten und einem Feldexperiment konnte aufgezeigt werden, dass kollektive Politisierung als Konsequenz dualer Identität betrachtet werden kann. Dieser Befund fand zusätzliche Bestätigung im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung hinsichtlich gesellschaftlicher Partizipation in Deutschland lebender Personen mit türkischem Migrationshintergrund. Duale Identität als türkisch und deutsch wirkte sich positiv auf das von den Befragungsteilnehmern berichtete bürgerliche Engagement zugunsten ihrer ethnischen Eigengruppe aus. An diese Ergebnisse anknüpfend erfolgte eine Untersuchung bezüglich potenzieller Antezedenzien dualer Identität im selben Feldkontext. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entstehung einer dualen Identität sowohl über einen zufriedenheitsbasierten als auch über einen auf Unzufriedenheit beruhenden Pfad erfolgen kann.

Vor dem Hintergrund der vorgestellten Untersuchungen kann duale Identität als bedeutsamer Mediator verstanden werden, welcher zwischen gesellschaftlicher Partizipation und damit verbundenen (positiven bzw. negativen) Erfahrungen auf der einen Seite und sozio-politischer Partizipation auf der anderen Seite vermittelt.



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