Forschungsarbeit: Islamische Religionspädagogik in Moscheen und Schulen

Islamische Religionspädagogik in Moscheen und Schulen

Ein sozialwissenschaftlicher Vergleich der Ausgangslage, Lehre und Ziele unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf den Integrationsprozess der muslimischen Kinder und Jugendlichen in Deutschland

Beiträge zur Islamischen Religionspädagogik, Band 2

Hamburg 2008, 182 Seiten
ISBN 978-3-8300-4038-5 (Print), ISBN 978-3-339-04038-1 (eBook)

Rezension

Rauf Ceylan leistet mit seinem Buch in übersichtlich strukturierter und gut lesbarer Form eine umfassende und äußerst differenzierte Annäherung an das komplexe Themenfeld "Islamische Religionspädagogik". Auf die bis dato noch spärlich vorliegende fachdidaktische Literatur greift er dabei ebenso zurück wie auf Grundlagenwerke aus Islamwissenschaft, Religionswissenschaft und aktuelle Veröffentlichungen zum Themenkomplex Integrationspolitik. Wissenschaftlich solide wird hier eine kompakte Einführung auf hohem Reflexionsniveau geboten.

Danja Bergman, in:
Hikma - Journal of Islamic Theology and Religious Education, Jg. 1 (2010), H. 1, S. 98ff.

Imam, Integration, Islam, Islamische Religionspädagogik, Islamischer Religionsunterricht, Kinder und Jugendliche, Moschee, Muslime, Pädagogik

Zum Inhalt

Mit dem Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik sind die politischen Bemühungen um die Integration des Islams intensiviert worden. Fragen nach Maßnahmen und Konzepten zur Anerkennung und Eingliederung insbesondere der muslimischen Kinder und Jugendlichen haben in diesem Zusammenhang an integrationspolitischer Aktualität gewonnen. Dabei wird der Fokus zunehmend auf die islamische Religionspädagogik in zwei bedeutenden Institutionen gerichtet: Moscheen und Schulen. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel des Verfassers, die islamische Religionspädagogik in den Moscheen und den Schulen zu analysieren, zu vergleichen und im integrationspolitischen Kontext zu diskutieren.

Bezüglich der islamischen Religionspädagogik in den Moscheen wird der Frage nachgegangen, welche Funktion diese Institutionen für die Muslime in der Migrationssituation erfüllen und wie der Koranunterricht dort pädagogisch gestaltet und umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang werden auch die Imame – als zentrale Instanzen, die die islamische Religionspädagogik in den Moscheen bestimmen und umsetzen – umfangreich berücksichtigt und thematisiert. Denn ihre pädagogische und theologische Qualifikation sowie religiöse und politische Orientierung bestimmen den Integrationsprozess wesentlich mit.

Im Hinblick auf die islamische Religionspädagogik in den Schulen wird ihre Bedeutung in einer immer heterogenen und pluraler werdender Gesellschaft dargelegt. Die Darstellung der didaktischen Grundorientierung und elementare Inhalte einer islamischen Religionspädagogik in Schulen soll dazu dienen, Gemeinsamkeiten und Differenzen zu den Moscheen aufzuzeigen. Im Rahmen des Vergleichs soll auch die Frage diskutiert werden, ob ein islamischer Religionsunterricht in der Schule die religiöse Erziehung in den Moscheen obsolet werden lässt.



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