Doktorarbeit: Die Konstruktion von Identität in den Romanen Javier Marías‘

Die Konstruktion von Identität in den Romanen Javier Marías‘

Studien zur Romanistik, Band 16

Hamburg , 302 Seiten

ISBN 978-3-8300-4013-2 (Print)
ISBN 978-3-339-04013-8 (eBook)

Zum Inhalt

Zu Recht sind die Romane Javier Marías’ in Spanien und international zu Bestsellern geworden, denn sie kreisen unaufhörlich um die grundlegenden Themen unserer Gesellschaft: um den Tod, um die Erinnerung und um die Identität. Die Figuren, auch die Protagonisten, haben etwas von Geistern, die sich in einer nur verschwommen erkennbaren Welt bewegen. Alltägliche Eindrücke verweben sich mit Träumen, Figuren verschwimmen ineinander, tauschen Erlebnisse und Gesichtszüge untereinander und auch mit dem Protagonisten. Der Leser wird in einen Strom der Erinnerungen gezogen, von dessen Abgründigkeit er kaum noch den Blick wenden kann. Ausgelöst durch ein so einschneidendes Erlebnis wie einen mysteriösen Tod, nehmen die Erinnerungen des Erzählers allmählich Gestalt an, und entwickeln sich zu einer eigenen Handlung, die sich immer rätselhafter mit der Gegenwart verschlingt. Alle Romane ähneln Kriminalromanen, indem sie eine Wahrheit vor sich her schieben, auf eine Wahrheit zuzulaufen scheinen; doch ändert auch diese Wahrheit alle Augenblicke ihr Gesicht.

Die Untersuchung widmet sich vor allem den Fragestellungen, die sich mit der Entstehung von Identität beschäftigen. Nach einem Überblick über die Theorien zur Identität werden Entwicklungslinien aufgezeigt, die sich in immer radikalerer Form durch die Romane ziehen und nach einer anfänglich schwierigen Suche nach der richtigen Form und dem richtigen Stil die Entstehung der bekanntesten Romane bedingen: „Todas las almas“, „Corazón tan blanco“ und „Mañana en la batalla piensa en mí“. Die postmoderne Theorie, dass Identität nur als instabiles, fragwürdiges Konstrukt möglich ist, das durch den Prozess des Erinnerns und des Erzählens erschaffen wird, ist der Schlüssel zum Verständnis dieser Romane. Gezeigt wird auch, wie Marías’ Romane die Genregrenzen überschreiten. Sie geben sich als Autobiografie aus, um dieser dann den Spiegel der Fiktion vorzuhalten. Sie beginnen als Thriller und geraten plötzlich in den Bereich der Erzähltheorie und der Frage nach der Existenz von Wahrheit. Autofiktion ist ein Vorschlag, um das postmoderne Genre zu benennen, das er für seine Romane abschreitet.

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