Sammelband: Zum Begriff der Unendlichkeit im abendländischen Denken

Zum Begriff der Unendlichkeit im abendländischen Denken

Unendlichkeit Gottes und Unendlichkeit der Welt

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 86

Hamburg , 206 Seiten

ISBN 978-3-8300-3961-7 (Print)
ISBN 978-3-339-03961-3 (eBook)

Zum Inhalt

Das Buch vereinigt vier Abhandlungen des Autors zu wichtigen Epochen und Positionen innerhalb der abendländischen Geschichte des Begriffs der Unendlichkeit, die die überraschende Vielfalt seiner Bestimmungen dokumentieren. Diese Abhandlungen stellen im Einzelnen vor:

1. Die Bedeutung der Gottesprädikate der Allgegenwart und Unendlichkeit bei den lateinischsprachigen Kirchenvätern Hilarius von Poitiers (315–367), Augustinus (354–430) und Gregor dem Großen (540–604) sowie im philosophischen und theologischen Denken des frühen Mittelalters (bei Boethius [480–524], Johannes Scotus Eriugena [810–877] und Anselm von Canterbury [1033–1109]);

2. Die Begriffsgeschichte der Allgegenwart und Unendlichkeit Gottes im hochmittelalterlichen Denken, und zwar bei Petrus Lombardus (1100–1160), Thomas von Aquin (1225–1274), Richard Fishacre (1200–1248), Heinrich von Gent (1217–1293) und Bonaventura (1221–1274). In diesem Zusammenhang werden auch die Grundzüge der mittelalterlichen Wirkungsgeschichte des zweiten definitorischen Grundsatzes des sog. „liber XXIV philosophorum“ („Buch der 24 Philosophen“, anonymes, ca. Ende des 12. Jh.s verfasstes Buch) skizziert, der Gott mit einer unbegrenzten Sphäre identifiziert, „deren Zentrum überall und deren Peripherie nirgends ist“.

3. Den Unendlichkeitsgedanken in der philosophischen Gotteslehre des Nikolaus von Kues (1401–1464). Nach einem ausführlichen Forschungsbericht zu dieser Thematik werden hier dargestellt:

a. Das Unendlichkeitsverständnis in der Schrift De docta ignorantia des Nikolaus von Kues. Dabei werden unter anderem die Proportionslosigkeit und folglich Unerkennbarkeit des Unendlichen für den endlichen Intellekt, seine negative Unendlichkeit als des absolut oder schlechthin Größten im Unterschied zur privativen Unendlichkeit des Universums als des eingeschränkt Größten, seine Nicht- bzw. Übergegensätzlichkeit, seine Prinziphaftigkeit, seine allumfassende Aktualität, seine Einzigkeit, seine Unteilbarkeit, seine Immanenz in allen weltlich existierenden Gegenständen und gleichzeitige Transzendenz über diese, seine geometrische Veranschaulichung durch den unendlichen Kreis und die unendliche Kugel und vor allem seine unendliche Einheit bzw. All-Einheit als sein eigentlicher oder Wesens-Name herausgearbeitet.

b. Der Angriff des Johannes Wenck von Herrenberg (1396–1459) in dessen Schrift De ignota litteratura (1442/43) auf De docta ignorantia des Cusanus im Spiegel der Forschung.

c. Die Antwort des Cusanus auf diesen Angriff in seiner Apologia doctae ignorantiae (1449)

d. Die absolute Unendlichkeit Gottes nach Cusanus’ De visione Dei.

4. Das romantische und antitraditionelle Verständnis der Unendlichkeit als eines unendlichen Werdens bei Friedrich Schlegel (1772–1829). Dabei werden im Einzelnen rekonstruiert:

Schlegels früher geschichtsphilosophischer Gedanke einer unendlichen Progression der Vervollkommnung der menschlichen Gattung; der Unendlichkeitsgedanke in Schlegels Konzeption einer „progessiven Universalpoesie“; Schlegels Unendlichkeitsverständnis in seinen Philosophischen Fragmenten aus den Jahren zwischen 1796 und 1801; Aufbau, Methode und systematische Grundlagen der Jenaer Transcendentalphilosophie Schlegels von 1801; das Unendliche als die Einheit der Gegensätze von Unbestimmtem und Bestimmtem in der Jenaer Transcendentalphilosophie; Schlegels Bestimmung des Unendlichen als ein aus den antithetischen Ideen der unendlichen Einheit und der unendlichen Fülle zusammengesetztes unendliches Werden in seiner Kölner Vorlesung über Propädeutik und Logik von 1805–1806.

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