Doktorarbeit: Drei empirische Studien zu Anreiz- und Finanzierungswirkungen der externen Rechnungslegung

Drei empirische Studien zu Anreiz- und Finanzierungswirkungen der externen Rechnungslegung

Internationale Rechnungslegung, Band 6

Hamburg 2008, 286 Seiten
ISBN 978-3-8300-3778-1 (Print & eBook)

Betriebswirtschaftslehre, Bilanzpolitik, Corporate Governance, Fremdkapitalkosten, Internationale Rechnungslegung, Risikoprämie, Umstellung, Unternehmensanleihe, Wechsel des Vorstandsvorsitzenden

Zum Inhalt

Die externe Rechnungslegung wird von vielfältigen Einflüssen geprägt. Die Verfasserin greift zwei Aspekte heraus: (1) Anreize zur Bilanzpolitik beim Wechsel des Vorstandsvorsitzenden und (2) Auswirkungen der IFRS-Umstellung auf die Fremdkapitalkosten (gemeinsames Paper mit Philipp Schorn).

Die erste Fragestellung wird sowohl mittels einer schriftlichen Befragung als auch mittels einer Analyse der Bilanzdaten der DAX30- und MDAX-Unternehmen untersucht. Neben deskriptiven Analysen der Konzernjahresabschlussdaten wird Bilanzpolitik auch direkt – unter Verwendung eines modifizierten Jones-Modells – gemessen. Die wesentlichen Ergebnisse sind wie folgt: Bei erzwungenem Ausscheiden des alten Vorstandsvorsitzenden sowie bei unternehmensexternen Nachfolgern betreiben die neuen Vorstandsvorsitzenden eine gewinnmindernde Bilanzpolitik, d.h. sie folgen der big-bath-Politik. Entgegen empirischen Untersuchungen anderer Länder zeigen sich nur geringe Anzeichen einer gewinnerhöhenden Bilanzpolitik des scheidenden Vorstandsvorsitzenden zum Abschluss seiner Amtszeit. Darüber hinaus zeigt sich, dass das Ausmaß an Bilanzpolitik mit der Anzahl der Aufsichtsratssitzungen – entgegen der Erwartung – steigt. Sitzt der Vorsitzende des Aufsichtsrates hingegen im Prüfungsausschuss, sinkt das Ausmaß an Bilanzpolitik.

Zudem werden die Auswirkungen einer IFRS-Umstellung auf die Risikoprämien von Unternehmensanleihen in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht. Die Risikoprämien sinken im ersten Jahr nach der Umstellung im Durchschnitt um 39%. Auch im zweiten Jahr nach der Umstellung ist ein Sinken in ähnlichem Ausmaß festzustellen. Dies deutet darauf hin, dass der zusätzliche Informationseffekt eines IFRS-Jahresabschlusses mit Verzögerung in die Marktpreise einfließt.

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