Doktorarbeit: VERLAN 2007 – Untersuchungen zur französischen Jugendsprache

VERLAN 2007 – Untersuchungen zur französischen Jugendsprache

Studien zur Romanistik, Band 13

Hamburg , 364 Seiten

ISBN 978-3-8300-3652-4 (Print)
ISBN 978-3-339-03652-0 (eBook)

Rezension

[…] eine wertvolle und die aktuelle Sprachforschung bereichernde Materialzusammenstellung nicht nur zum Verlan sondern auch zur von Jugendlichen gesprochenen Sprache an sich und noch dazu hauptstadtfern im Süden des Landes.
in: Zeitschrift für romanische Sprachen und ihre Didaktik, ZRomSD 4 (2010) 2

Zum Inhalt

Ziva, cest tipar, on va voir la meuf !

Jugendsprache in Frankreich, zu der auch der Verlan gerechnet werden kann, verändert sich zusehends.

Das Buch befasst sich mit der Verwendung, Konnotation und Verbreitung des Verlan im Süden Frankreichs, Montpellier. Bisherige Studien beschränkten sich zumeist auf die Pariser Banlieue und propagierten Verlan, zumindest in früheren Jahren, als Soziolekt einer Unterschicht.

Verlan wurde anhand des Beispiels Montpellier dahingehend auf die Gültigkeit dieser bereits veralteten Konnotation bzw. seiner Veränderungen untersucht und in den Rahmen der Jugendsprache eingebettet. Dazu wurde im Sinne einer qualitativen Sozialforschung eine zweijährige Feldforschung durchgeführt, die auf 50 Interviews mit Lehrern und Schülern, auf der Verteilung von Fragebögen und teilnehmender Beobachtung basiert.

Es zeigte sich, dass Verlan innerhalb des eingeführten Begriffs des Inresolektmodells weitgehend als we-code bzw. jugendsprachliches Element akzeptiert wird, außerhalb dieses Kontextes jedoch als inadäquat verstanden wird. Weiters sind Veränderungen auf lexikalischer, (morpho-)syntaktischer und phonologischer Ebene zu konstatieren. Auch konnte eine eindeutige Tendenz zur Verschriftlichung von Jugendsprache festgestellt werden, die aufgrund der modernen Kommunikationsmöglichkeiten wie SMS und MSN noch nie da gewesene Ausmaße annimmt.

Abschließend ist festzustellen, dass Verlan weder reines Sprachspiel noch Sprachverschmutzung, sondern vielmehr fixer Bestandteil französischer Jugendsprache ist, wobei nicht alle Lexeme so gesichert zu sein scheinen wie allgemein angenommen.

Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač

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