Doktorarbeit: Bewegungsräume in biografischen Prozessen

Bewegungsräume in biografischen Prozessen

Zugänge durch das „Bewegte Interview“

BEWEGUNGSKULTUR, Band 3

Hamburg , 522 Seiten

ISBN 978-3-8300-3180-2 (Print)
ISBN 978-3-339-03180-8 (eBook)

Zum Inhalt

Bewegungsräume gehen aus dem lebenslangen Zusammenspiel von Körperlichkeit, Bewegung und Raum hervor. Ob beim Laufen, im Fitnesscenter, beim Einkaufen, auf dem Schulweg oder dem Weg zur Arbeit. Bewegungsräume sind gleichzeitig immer auch gesellschaftliche Handlungsräume, in denen es um die Teilhabe an Bildung, Wissen, Technologien, Transport und Mobilität genauso wie um Nutzungsrechte innerhalb des städtischen Raumes geht - sprich um Chancengleichheit bei Freizeit wie auch beruflichen Aktivitäten. Es geht stets um die Verhandlung von Bewegungsräumen als subjektive wie soziale Räume. Öffentliche Bewegungsräume wirken auf Menschen, indem sie (körperliche) Gefahren und (Un-) Sicherheiten thematisieren, zu Aktivitäten auffordern oder sie abschrecken und (in)formelle Vernetzung, kulturelle wie politische Organisation ermöglichen.

Bei der Entstehung alltäglicher Bewegungsräume steht die körperliche Bewegung im Mittelpunkt. Was aber macht subjektive Bewegungsräume aus? Welche subjektiven und körperlichen Prozesse unterliegen der Entstehung alltäglicher Bewegungsräume? Inwieweit sind sie von gesellschaftlich und biografisch (vor)gelebten Geschlechterverhältnissen geprägt?

Für eine empirische Annäherung an diese Fragen wurde mit dem Bewegten Interview eine Qualitative Methode entwickelt, die eine Verknüpfung von Bewegungen, von Räumen und sprachlichen Äußerungen gewährleistet. Die Autorin entwickelt mit dem Bewegten Interview ein theoretisch fundiertes Instrumentarium, das sie praktisch umsetzt, überprüft und reflektiert. Anhand von drei vertieften Einzelfallstudien und später in einer Gesamtschau aller 14 Bewegten Interviews werden die Entstehungsbedingungen subjektiver Bewegungsräume herausgestellt. Übergreifend wird deutlich, dass sie durch die Verbindung von Körper-, Bewegungs- und Raumwissen entstehen.

Mit dem ’Bewegten Interview’ wird ein Verfahren für die qualitative Sozialforschung entwickelt, das die körperliche Bewegung als Text nutzt. Die Methode setzt damit wesentliche Impulse für interdisziplinäre empirische Methodendiskussion und leistet einen fundamentalen Beitrag zur bundesdeutschen Sport- und Bewegungswissenschaft. Diese Pilotstudie ist aber auch interdisziplinär für die sozial- und gesundheitswissenschaftliche empirische Forschung, die Frauen- und Geschlechterforschung, die Körpersoziologie, die Raum- und Bewegungssoziologie von Bedeutung.

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