Doktorarbeit: Haftung und Schadenskompensation bei Verstößen gegen Ad-hoc-Publizitätspflichten

Haftung und Schadenskompensation bei Verstößen gegen Ad-hoc-Publizitätspflichten

unter besonderer Berücksichtigung der §§37b, 37c WpHG

Schriften zum Versicherungs-, Haftungs- und Schadensrecht, Band 12

Hamburg , 382 Seiten

ISBN 978-3-8300-2839-0 (Print)
ISBN 978-3-339-02839-6 (eBook)

Zum Inhalt

Die Anleger börsennotierter Unternehmen in Deutschland durchlebten
in den Jahren zwischen 1998 und 2002 ein Wechselbad der Gefühle.
Der beispiellosen Emissionsflut neuer Aktien und einer grenzenlos bul-
lischen Euphorie bis zum Monat März 2000 folgte der kapitalvernich-
tende Börsencrash auf Raten, der von zahlreichen Insolvenzen jun-
ger Aktiengesellschaften begleitet war. Gerade in dieser Zeit wurde
die Investitionsentscheidung vieler Anleger durch Veröffentlichungen
unzähliger falscher Ad-hoc-Mitteilungen der Emittenten negativ beein-
flusst und dadurch geschädigt. Da erst mit dem 4. Finanzmarktförde-
rungsgesetz die Haftungsnormen der §§ 37b, 37c WpHG geschaffen
wurden, konnten diese geschädigten Anleger Schadensersatz bei
fehlerhafter Ad-hoc-Publizität nur nach den Normen des allgemeinen
Zivilrechts einfordern. Fast sämtliche Klagen waren zunächst erfolg-
los. Erst durch Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs
(Infomatec, EM.TV) erhielten geschädigte Anleger Schadensersatz
zugesprochen.

Tim Jungmichel untersucht sämtliche mögliche zivilrechtliche Anspruchs-
grundlagen bei Verstößen gegen die Ad-hoc-Publizitätspflicht gem. § 15
WpHG auf ihre Tauglichkeit und nimmt Stellung zu der Rechtsprechung
des BGH. Der Autor analysiert und diskutiert insbesondere Aspekte der
haftungsbegründenden und haftungsausfüllenden Kausalität. Einen be-
sonderen Schwerpunkt der Untersuchung bilden die neuen Haftungs-
normen der §§ 37b, 37c WpHG, zu denen es noch keine obergericht-
liche Rechtsprechung gibt. Die Novellierungen der Haftungsnormen
durch das Anlegerschutzverbessungsgesetz (AnSVG) sind hierbei be-
rücksichtigt. Im Fokus steht dabei der Begriff der Insiderinformation
und die neue Möglichkeit der Emittenten der Selbstbefreiung von der
Ad-hoc-Publizitätspflicht gem. § 15 Abs. 3 WpHG bei Vorliegen berech-
tigter Interessen. Ebenso erfolgt eine Analyse der vom Gesetzgeber
beabsichtigte Rechtsfolge in den §§ 37b, 37c WpHG. Der Autor nimmt
am Ende des Werkes jedoch auch Stellung dazu, ob eine persönliche
Haftung der handelnden Organe, eine Beweislastumkehr hinsichtlich
der Kausalität zwischen Pflichtverletzung und Wertpapiertransaktion
der Anleger sowie eine Schadenspauschalierung de lege ferenda ein-
geführt werden sollte.

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