Dissertation: Modelle moderner Gegenaufklärung

Modelle moderner Gegenaufklärung

„Magisches Denken“ und seine politischen Implikationen

Schriften zur politischen Theorie, Band 7

Hamburg , 524 Seiten

ISBN 978-3-8300-2781-2 (Print)
ISBN 978-3-339-02781-8 (eBook)

Rezension

[...] dürfte das Buch [...] für diejenigen interessant sein, die von den Paraphrasen der besprochenen Bücher profitieren wollen. Dazu zählen auch die Schriften von Li Hongzhis Falun Gong, die der Autor vielleicht als einer der Ersten einer wissenschaftlichen Zusammenfassung unterzieht und ihnen dabei „totalitäre und rassistische Elemente“ (34) nachweist.

Zum Inhalt

Seit mehr als dreißig Jahren gehören Werke zum Thema „Okkultismus“, „New Age“ und „Esoterik“ zu den bestimmenden Phänomenen der Sinngebungskultur. Zwar wurde dieser Befund gelegentlich am Rande religionswissenschaftlich und soziologisch untersucht. Was bisher weitergehend unbeachtet blieb, ist eine Untersuchung darüber, ob von diesen „Modellen moderner Gegenaufklärung“ und „magischem Denken“ politische Implikationen ausgehen und wenn ja welche. Horizont dieser Untersuchung ist die Modernität und ihre „Nebenfolgen“. Gegenaufklärung gilt hier als eine Antwort auf die durch die Moderne hervorgerufene Verunsicherung des einzelnen. Solche Konzepte bedienen sich zwar oft wissenschaftlichen Vokabulars und bezeichnen sich selbst als wissenschaftlich, übersteigen dabei jedoch die Selbstbegrenzung wissenschaftlicher Rationalität und sehen sich stattdessen als Konkurrenz zu den Sinnangeboten der etablierten Religionen. Mit Gegenaufklärung ist hier also ein Denken gemeint, das gerade nicht in die Vormoderne zurückfallen möchte.

Basis der systematischen Erschließung aller untersuchten Texte ist ein differenziertes „Analyseraster“, das Konzepte und Absichten der verschiedenen Autoren auf beabsichtigte oder ableitbare Folgen hin untersucht und der Kritik unterzieht. Als repräsentative Vertreter werden die Werke Fritjof Capras und Marilyn Fergusons herausgegriffen.

Es erfolgt aber auch eine Rückbesinnung auf die geistigen Ursprünge dieser Autoren. Dabei handelt es sich um die Theosophie von Helena Petrowna Blavatsky, die in ihrer Bedeutung für das esoterische Denken bis heute kaum zu überschätzen ist, und um Alice Bailey, die Blavatskys Lehre und Schule gegen deren Erstarrung wiederzubeleben suchte.

Schließlich erfolgt ein Schritt in die Gegenwart. Untersucht werden die Werke von Benjamin Creme und Bert Tellan. Li Hongzhis Falungong wird an dieser Stelle wohl erstmalig einer eingehenden ideologiekritischen Analyse unterworfen.

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