Doktorarbeit: Erbrecht der maghrebinischen Staaten und deutscher ordre public

Erbrecht der maghrebinischen Staaten und deutscher ordre public

Studien zum Internationalen Privat- und Zivilprozessrecht sowie zum UN-Kaufrecht, Band 17

Hamburg 2006, 374 Seiten
ISBN 978-3-8300-2695-2 (Print & eBook)

Ausländisches Recht, Erbrecht, Internationales Privatrecht, Islamisches Recht, Islamwissenschaft, ordre public, Rechtsvergleichung, Rechtswissenschaft

Zum Inhalt

Diese Monographie mit interdisziplinärer Ausrichtung erschließt zwei bisher nur unzureichend wissenschaftlich durchdrungene Rechtsgebiete: das Erbrecht der maghrebinischen Staaten und die diesbezügliche Anwendung des deutschen ordre public. Dabei ist die Arbeit so angelegt, dass sie nicht nur wissenschaftlichen Interessen von Juristen und Islamkundlern gerecht wird, sondern auch Bedürfnissen von Rechtspraktikern wie Rechtsanwälten und Notaren Rechnung trägt. Für eine derartige Arbeit bietet der Autor, der in den Fächern Rechts- und Islamwissenschaft promoviert und durch zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen bekannt ist, mit seinen Tätigkeiten als Richter des Landes Berlin und Lehrbeauftragter der Freien Universität Berlin sowie seinen Aktivitäten in mehreren wissenschaftlichen Vereinigungen besondere Gewähr.

Im ersten Teil wird das islamisch geprägte Erbrecht der maghrebinischen Staaten ausführlich dargestellt und erläutert. Nach einer Einführung in die einschlägigen Rechtsgrundlagen werden die erbrechtlichen Regelungen der Rechtsordnungen Marokkos, Algeriens und Tunesiens systematisch abgehandelt. Zur Erleichterung des Verständnisses werden die zentralen Prinzipien und Wertungen der erbrechtlichen Regelungen herausgearbeitet. Weiter werden die Regelungen in ihren systematischen Zusammenhängen kommentiert. Auch werden praktisch relevante Aspekte wie die Teilung des Nachlasses und die Berechnung der Erbquoten behandelt. Der fortlaufende Vergleich der jeweiligen staatlichen Regelungen sowohl mit dem ungeschriebenen traditionellen islamischen Erbrecht als auch untereinander ermöglicht dem Leser, den Stand der jeweiligen Reformen in den genannten Staaten zu erkennen und ihn rechtspolitisch zu bewerten.

Der zweite Teil beginnt mit einer allgemeinen systematischen Abhandlung des deutschen ordre public unter besonderer Berücksichtigung der mit dem islamisch geprägten Erbrecht verbundenen Probleme. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den die einschlägigen Grundrechte als Prüfungsmaßstab betreffenden Fragestellungen. Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Anwendung islamisch geprägten Erbrechts auf ihre Vereinbarkeit mit dem deutschen ordre public untersucht und die Rechtsfolgen etwaiger Verstöße diskutiert. Aufgrund der Verschränkung von kollisions- und verfassungsrechtlichen Fragestellungen werden dabei auch die einschlägigen grundrechtsspezifischen Probleme wie die Schutzbereiche der einschlägigen Grundrechte bei Auslandsberührung erörtert. Schwerpunkte der Prüfung sind der Ausschluss der gewillkürten Erbfolge und sonstige Beschränkungen der Testierfreiheit, abstammungs- und geschlechtsbezogene Differenzierungen, das Erbhindernis der Religionsverschiedenheit, diskriminierende letztwillige Verfügungen und solche unter diskriminierender Bedingung.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben