Dissertation: Medien und Lernen

Medien und Lernen

Motivation und Kognition beim selbstregulierten Lernen mit einer computerbasierten Wirtschaftssimulation in der gymnasialen Oberstufe

Computergestütztes Lernen, Band 4

Hamburg 2006, 422 Seiten
ISBN 978-3-8300-2620-4 (Print & eBook)

Cognitive Load, E-Learning, Goal-Based Scenario, kognitive Lernstrategien, Lernerunterstützung, mediengestütztes Lernen, Oberstufe, Pädagogik, selbstreguliertes Lernen, Wirtschaftssimulation

Zum Inhalt

Vor dem Hintergrund der bildungstheoretischen Diskussion um die Bedeutung selbstregulierten Lernens werden in dieser Studie mediendidaktische und kognitionspsychologische Fragestellungen zum computerbasierten Lernen in der gymnasialen Oberstufe (Jhrg. 11) behandelt. An der Schnittstelle von medienwissenschaftlichen Betrachtungen des Rezeptionsprozesses und von Erkenntnissen zum Lernprozess aus der pädagogischen Psychologie werden die Schlüsselaspekte der Selbstregulation: (1) die Steuerung emotional-motivationaler Faktoren (Motivation) und (2) die zielführende Anwendung kognitiver Lernstrategien (Kognition) untersucht.

Zu diesem Zweck wird eine Wirtschaftssimulation in einem zweifaktoriellen Design, mit einem Goal-Based Scenario (GBS) und mit einer eigens entwickelten Lernerunterstützung (PAS), variiert. Die Untersuchung beruht auf einem Pre-Post-Testdesign, mit Daten, die über prospektive und retrospektive Selbsteinschätzungen gewonnen werden. Erhoben werden Variablen der intrinsischen Lernmotivation und die Bestandteile von Cognitive Load: Germane Cognitive Load, Intrinsic Cognitive Load und Extraneous Cognitive Load, als Indikatoren für den erfolgreichen Einsatz von kognitiven Lernstrategien.

Die Ergebnisse zeigen eine überaus wichtige Bedeutung der Lernerunterstützungsmaßnahme (PAS) für den Lernerfolg vor allem im Bereich des strukturell-konzeptionellen Verständnisses und für eine günstigere Verteilung von Cognitive Load. PAS kompensiert nachteilige Lernermerkmale (Vorwissen, Selbstwirksamkeit, metakognitive Kompetenz) und hat eine motivierende Wirkung.

Das Goal-Based Scenario (GBS) hat dagegen keine signifikante Wirkung auf die Lernmotivation, den Lernerfolg und auf Cognitive Load und zeigt darüberhinaus eine bedenkliche Tendenz zur Absenkung tiefenorientierter Lernaktivitäten bei gering fachinteressierten Schülern. Stark Fachinteressierte hingegen profitieren vom GBS mit einer Zunahme tiefenorientierter Lernaktivitäten. Zudem wird ein tendenzieller Interaktionseffekt von GBS und PAS bezogen auf strukturell-konzeptionelles Verständnis gemessen.

Aus diesem Grund wird die Lernerunterstützungsmaßnahme (PAS) für vergleichbare Lernsituationen uneingeschränkt empfohlen, während angeraten wird, ein Goal-Based Scenario (GBS) ausschließlich in Kombination mit einer Lernerunterstützung wie PAS anzuwenden.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben