Doktorarbeit: Rechtsformwahl unter dem Aspekt der Niederlassungsfreiheit

Rechtsformwahl unter dem Aspekt der Niederlassungsfreiheit

Ein Vergleich zwischen deutscher GmbH und englischer Limited

Studienreihe wirtschaftsrechtliche Forschungsergebnisse, Band 90

Hamburg , 472 Seiten

ISBN 978-3-8300-2402-6 (Print)
ISBN 978-3-339-02402-2 (eBook)

Zum Inhalt

Die Thematik und die Brisanz dieser Ausarbeitung beruhen auf den jüngeren Entscheidungen des EuGH zur Niederlassungsfreiheit und dem vermehrten Auftreten doppelansässiger Kapitalgesellschaften in Deutschland. Da die „Private company limited by shares“ die am häufigsten auftretende Form einer doppelansässigen Auslandskapitalgesellschaft in Deutschland ist, beziehen sich die nachstehenden Untersuchungen auf diese englische Rechtsform.

Nach der gegenwärtigen Rechtslage ist es Unternehmen bzw. Existenzgründern mit Tätigkeitsschwerpunkt in Deutschland möglich, statt deutsche ausländische Rechtsformen zu verwenden. Diese wesentliche Veränderung des deutschen Gesellschaftsrechts bedeutet eine erhebliche Vergrößerung der Flexibilität für Unternehmen, da durch die EuGH-Entscheidungen zur Niederlassungsfreiheit neue Handlungsalternativen in der Rechtsformwahl eröffnet wurden. Stellte sich beispielsweise vor den „neueren“ EuGH-Rechtsprechungen zur Niederlassungsfreiheit bei der Rechtsformwahl lediglich die Frage, ob eine deutsche Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft gewählt werden soll, erweitert sich diese Frage nun zu einer Entscheidung zwischen deutscher und ausländischer Rechtsform.

Der eröffnete Handlungsspielraum induziert jedoch zahlreiche rechtliche und steuerliche Folgen für die ausländische Rechtsform (Limited) in Deutschland, da das deutsche Recht das Auftreten ausländischer Gesellschaften nicht berücksichtigt hat. Welche Probleme einen „deutschen“ Limitedgründer erwarten, wird wesentliche Grundlage dieser Ausarbeitung sein.

Inwiefern die deutsche GmbH an dem „Wettbewerb der Rechtsformen“ teilnehmen wird bzw. welche Alternative (GmbH oder Limited) vorteilhafter ist, wird in Form einer Rechtsformwahlanalyse ermittelt. Vor diesem Hintergrund ist eine Untersuchung der juristischen Fragen und deren (in-)direkten Auswirkungen auf die betriebswirtschaftliche Rechtsformwahlentscheidung notwendig.

Das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung ist die theoretische Analyse der Rechtsformwahl. Die Thematik und das Einbeziehen praktischer Elemente führen jedoch zu dem positiven Nebeneffekt, dass einem deutschen Rechtsformwahlnachfrager auch tiefgehende Einblicke in die praktischen Probleme, die das Agieren in Form einer Limited induziert, aufgezeigt werden.

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