Coverabbildung: Dissertation, „Illegaler Artenhandel nach dem Bundesnaturschutzgesetz“ von Jana Schumacher

Illegaler Artenhandel nach dem Bundesnaturschutzgesetz

§66 Abs. 4 - Ein reiner Fahrlässigkeitstatbestand oder eine Vorsatz-Fahrlässigkeits-Kombination?

Hamburg , 276 Seiten

Zum Shop eBook-Anfrage

Zum Inhalt

Am 1. Januar 1987 trat die geänderte Fassung des BNatSchG in Kraft, welche erstmals die Möglichkeit strafrechtlicher Ahndung von Verstößen gegen den Artenschutz vorsah. Für streng geschützte Arten stellt § 66 Abs. 4 BNatSchG nunmehr auch fahrlässige Verstöße gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen unter Strafrechtsschutz. Nach dem derzeitigen Diskussionsstand wird § 66 IV BNatSchG überwiegend als Vorsatz- Fahrlässigkeits-Kombination verstanden und auch in der Praxis in dieser Form angewendet.

Eine solche Rechtspraxis ist keineswegs selbstverständlich, da ein solcher Konsens bis 1996 nicht bestand, sondern vielmehr davon ausgegangen wurde, dass die Norm als Fahrlässigkeitstatbestand zu verstehen sei. Im Jahre 1996 erging dann jedoch eine Entscheidung des BGH, nach der § 66 IV BNatSchG eine Vorsatz- Fahrlässigkeits-Kombination darstelle. Seitdem wird die Norm auch in der Strafverfolgungspraxis nur noch als Vorsatz-Fahrlässigkeits-Kombination angewendet. Auch die Literatur hat diese Entscheidung weitgehend kritiklos übernommen. Bisher fehlt eine umfassende Auseinandersetzung mit der Frage, weshalb § 66 IV BNatSchG trotz entgegenstehenden Wortlauts als Vorsatz-Fahrlässigkeits-Kombination interpretiert werden sollte. Die Arbeit zielt auf die Klärung der Frage ab, ob eine solche Gesetzesinterpretation nach Wortlaut, Systematik und Zweck des § 66 Abs. 4 BNatSchG zulässig ist.

Es handelt sich um eine Problematik, die von erheblicher Bedeutung für die Strafverfolgungspraxis ist. Denn der Nachweis, dass der Täter Kenntnis von dem besonderen Schutz der jeweiligen Art hatte, gelingt nur selten. Dies hat zur Folge, dass § 66 Abs. 4 BNatSchG in der Praxis seit 1996 kaum noch zur Anwendung gelangt. Fahrlässige Verstöße gegen den Artenschutz werden nunmehr fast ausschließlich im Wege des Ordnungswidrigkeitenrechts verfolgt, was im Hinblick auf das hinter § 66 Abs. 4 BNatSchG stehende Schutzgut bedenklich erscheint.

Bibliografische Daten

Jana Schumacher
Titel Illegaler Artenhandel nach dem Bundesnaturschutzgesetz
Untertitel §66 Abs. 4 - Ein reiner Fahrlässigkeitstatbestand oder eine Vorsatz-Fahrlässigkeits-Kombination?
Seiten 276
Erscheinungsjahr 2006
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-2392-0
eISBN (eBook) 978-3-339-02392-6
Schriftenreihe Strafrecht in Forschung und Praxis
Band 68

Erwerbungsvorschläge

Sie können Ihrer Bibliothek auch einen Erwerbungsvorschlag für dieses Buch unterbreiten.

-Import

Mit der Browser-Erweiterung Zotero Connector können Sie die auf dieser Seite hinterlegten COinS-Metadaten direkt in Ihre Literaturverwaltung übernehmen.

Weitere Exportformate für Katalogisierung und Zitation

MARC 21

MARC 21 herunterladen

BibTeX

BibTeX herunterladen

RIS (für EndNote, Zotero, Citavi …)

RIS herunterladen