Doktorarbeit: Der sozialdemokratische Parteibezirk Leipzig in der Weimarer Republik: Sachsens demokratische Tradition

Der sozialdemokratische Parteibezirk Leipzig in der Weimarer Republik:
Sachsens demokratische Tradition

- In zwei Teilbänden -

Studien zur Zeitgeschichte, Band 52

Hamburg , 856 Seiten

ISBN 978-3-8300-2340-1 (Print)
ISBN 978-3-339-02340-7 (eBook)

Rezension

[…] Im Ganzen gesehen ist Vogel eine beeindruckend dichte Beschreibung dieser so bedeutenden Hochburg der deutschen Sozialdemokratie gelungen. Er hat in seine gut lesbare Gesamtdarstellung buchstäblich alle erreichbaren Quellen und gedruckten Überlieferungen einfließen lassen, was sich insbesondere im voluminösen Umfang der Arbeit niederschlägt. […] zumal es Vogel versteht, mit abgewogenen Urteilen und immensen Sachverstand den Stoff zu bewältigen. Ein Personenregister trägt dazu bei, beide Bände als ein unverzichtbares Kompendium zur Geschichte der Leipziger SPD zu begreifen.
in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte, 81 (2010)

Zum Inhalt

Diese Studie behandelt die Geschichte der westsächsischen Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. Auf der Grundlage einer sozial-, organisations- und milieuhistorischen Methodik wird die politische und kulturelle Praxis einer sozialdemokratischen Bezirksorganisation und der linken Vorfeld- und Nebenorganisationen exemplarisch untersucht. Die Arbeit besitzt paradigmatischen Charakter, da es sich bei der Region Leipzig um den Quellgrund und eine der Hochburgen der deutschen Sozialdemokraten handelte. Diese Tradition und die feste Verankerung in der Arbeiterschaft und in den Mittelschichten führten dazu, dass die Leipziger Sozialdemokraten zwischen 1919 und 1923 durch Strukturreformen ein alternatives Gesellschaftskonzept in Sachsen vorantreiben konnten.

Nach einer linksoppositionellen Phase bis 1929 drängte die organisierte Arbeiterbewegung der Region Leipzig dann energisch auf eine Konsenspolitik mit den bürgerlichen Parteien der Mitte, um den Aufstieg der Nationalsozialisten verhindern zu können. Diese letztlich vergeblichen Bemühungen flankierten die Leipziger Sozialdemokraten durch eine außerparlamentarische Aktivierung und eine republikanische Militanz, denen singulärer Charakter innewohnte. Die Stabilität des linken Sozialmilieus und der Wählerbasis in Westsachsen beruhte nicht zuletzt auf der modernen Sozialstruktur und der Innovationsfähigkeit der regionalen sozialdemokratischen Bewegung. Hier entwickelte sich die SPD schon in der Weimarer Republik zu einer städtischen Arbeitnehmerpartei und fand auch bei großen Teilen des Mittelstandes Unterstützung für ihr Konzept einer solidarischen und freien Bürgergesellschaft. Gleichzeitig führte die heterogene Zusammensetzung der Basis dazu, dass sich letztlich die praktische Politik der Sozialdemokraten nicht an linken, sondern an gemäßigten Entwürfen orientierte.

Die Leipziger SPD unterbreitete zwischen 1930 und 1933 ein Konzept zur Verteidigung der republikanischen Staatsgrundlagen, das die Partei aus ihrer dilemmatischen Situation befreien konnte. Der Immobilismus der Parteiführung, die Restaurationspolitik der alten Eliten und die schroffe Lagerkonfrontation in Sachsen und in Deutschland führten letztlich dazu, dass auch die Leipziger Sozialdemokraten den regionalen Rahmen nicht sprengen konnten und der NSDAP die unbeschränkte Macht zufiel.

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