Coverabbildung: Sammelband, „Kritische Theorie der Bildung“ von Dietrich Hoffmann

Kritische Theorie der Bildung

Täuschungen und Selbsttäuschungen im pädagogischen Diskurs

Hamburg , 256 Seiten

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Zum Inhalt

Der Begriff ‘Bildung‘ ist seit der Mitte des 18. Jahrhunderts eine der zentralen Kategorien der deutschen Pädagogik. In ihm verbindet sich der Anspruch der Aufklärung auf Erhellung des Bewußtseins mit der Absicht der Verselbständigung des Bürgertums.

In der Zwischenzeit wurden ihm mehrfach andere Bedeutungen unterlegt, nicht zuletzt in ‘ideologischer‘ Absicht, vor allem wurde er auf schulisch vermittelbare Ziele und Inhalte verengt, – um genau das leisten zu können, was bei der jüngsten PISA-Studie ‘entdeckt‘ wurde, nämlich die einen zu bevorzugen und die anderen zu benachteiligen. Die zustande gekommene Mehrdeutigkeit macht es schwierig, sich mit Hilfe des Terminus auf gemeinsame Ziele zu verständigen.

Was früher auf die Beförderung der Tugenden des Menschen gerichtet war und seine Entwicklung zur Mündigkeit bezeichnen sollte, kennzeichnet heute nur noch das Wissen und Können, das in der Schule gelernt werden kann. Da beide weiterhin sehr ungleichmäßig vermittelt werden, dient der Begriff in der Hauptsache der Bemäntelung pädagogischer Ungerechtigkeiten und Unzulänglichkeiten. Er wird bewußt und unbewußt dazu benutzt, über den Mißbrauch von Unterricht hinwegzutäuschen.

In seinem Buch zeichnet der Autor diese Entwicklung sowohl historisch als auch kritisch, d.h. im zeitlichen Verlauf und in den wechselnden Begründungen, nach. Er stellt dar, welche quantitativen und vor allem qualitativen Erweiterungen zu einer Erneuerung des mit dem Begriff Gemeinten unter den gegebenen Bedingungen führen könnten. Vor allem ‘Frühkindliche Bildung‘ und ‘Emotionale Bildung‘ müssen verstärkt werden, wenn sich die Hoffnungen erfüllen sollen, daß Bildung entsteht – und zu den Ressourcen gehört, mit deren Hilfe die gegenwärtigen Schwierigkeiten überwunden werden können.

Bibliografische Daten

Autor Dietrich Hoffmann
Titel Kritische Theorie der Bildung
Untertitel Täuschungen und Selbsttäuschungen im pädagogischen Diskurs
Seiten 256
Erscheinungsjahr 2006
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-2257-2
eISBN (eBook) 978-3-339-02257-8
Schriftenreihe EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung
Band 122

Über Dietrich Hoffmann

Prof. Dr. Dietrich Hoffmann (1934–2023) wirkte über mehrere Jahrzehnte als Erziehungswissenschaftler an der Universität Göttingen. Nach dem Studium und einer ersten Phase als Berufsschullehrer nahm er 1969 eine wissenschaftliche Laufbahn auf, zunächst als Assistent, später als Akademischer Rat. 1973 folgte die Berufung auf eine Professur für Allgemeine Pädagogik an der damaligen Pädagogischen Hochschule Göttingen, die später in die Universität integriert wurde.

Sein wissenschaftliches Interesse galt vor allem der Theorie und Geschichte der Erziehungswissenschaft. Besondere Schwerpunkte bildeten die institutionelle Entwicklung der Göttinger Pädagogik sowie das Werk Heinrich Roths, das er kritisch und weiterführend reflektierte. Hoffmanns Arbeiten trugen wesentlich dazu bei, geisteswissenschaftliche Bildungstraditionen mit empirischer Forschung in einen fruchtbaren Dialog zu bringen.

Von 1988 bis 1990 war er Vizepräsident der Universität Göttingen, 2002 wurde er emeritiert. Über viele Jahre engagierte er sich zudem in der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, deren Mitglied er seit 1998 war. Seine Impulse für den pädagogischen Austausch zwischen Ost und West, etwa in den von ihm initiierten Steinhorster Tagungen, bleiben unvergessen.

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