Dissertation: Der Entstehungsprozess impliziten Wissens

Der Entstehungsprozess impliziten Wissens

Eine Metaphernanalyse zur Erkenntnis- und Wissenstheorie Michael Polányis

Wissen und Lernen in Organisationen, Band 5

Hamburg 2006, 252 Seiten
ISBN 978-3-8300-2120-9 (Print & eBook)

Implizites Wissen, Konfigurationsfrequenzanalyse, Metapher, Metaphernanalyse, Metaphernkategorien, Pädagogik, Psychologie, Qualitative Sozialforschung

Zum Inhalt

Wie wird ein Klavierschüler zu einem angesehenen Konzertpianisten? Wie wird aus einem Medizinstudenten ein kompetenter Facharzt, aus einem Referendar ein kompetenter Lehrer? Die meisten nennen es: Erfahrung. Aus Erfahrung wissen Experten im Gegensatz zum Anfänger in bestimmten Situationen, was zu tun ist. Sie wissen das, ohne genau beschreiben zu können, wie und warum sie so handeln.
Dieses Wissen unterscheidet sich vom reinen Faktenwissen. Es ist nicht spontan benennbar, es scheint nicht explizierbar. Es ist implizit. Und es zeigt sich in den Fähigkeiten des Experten.

Die begriffliche Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen geht auf die Erkenntnis- und Wissenstheorie des ungarischen Philosophen Michael Polnyi (1891-1976) zurück. In der Arbeit „Der Entstehungsprozess impliziten Wissens – eine Metaphernanalyse zur Erkenntnis und Wissenstheorie Michael Polnyis“ wird die Theorie Michael Polnyis empirisch anhand von Erfahrungsberichten erörtert.

Metaphern dienen zur Vermittlung impliziter Wissensanteile. Die Forschungsmethode „Metaphernanalyse“ wird hier anhand einer psychologischen Fragestellung dargestellt.

Als Ergebnis der Untersuchung entsteht die Hypothese, dass im Zuge des impliziten Wissenserwerbs ein entscheidender Faktor von Bedeutung ist: die gedankliche Distanz zur eigenen Person. Sie bildet möglicherweise die notwendige Voraussetzung für die Entstehung impliziten Wissens.
Für diejenigen, die Expertenkompetenz erwerben möchten, ergeben sich hier ebenso Anregungen wie für diejenigen, die ihre Expertenkompetenz weitergeben möchten: Neben der fleißigen Auseinandersetzung mit den Fakten braucht es ein Umfeld, in dem der zukünftige Experte sich auch (auf sich) selbst verlassen kann.



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