Doktorarbeit: Angebotsmechanismen und Nachfragestrukturen im Kreditmarkt Schweiz

Angebotsmechanismen und Nachfragestrukturen im Kreditmarkt Schweiz

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 103

Hamburg , 328 Seiten

ISBN 978-3-8300-1878-0 (Print)
ISBN 978-3-339-01878-6 (eBook)

Zum Inhalt

Die Neunzigerjahre werden vielfach als der Ausgangspunkt des Wandels in den Kreditbeziehungen zwischen Banken und KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) in der Schweiz genannt. Die veränderte Kreditpolitik resultiert allerdings nicht nur aus dem Anstieg der Kreditausfälle zu Beginn der Neunzigerjahre. Die Ursachen dieser Ausfälle lagen sowohl ausser- als auch innerhalb der Banken. Ziel ist es, die Einflussfaktoren, Strukturen und Mechanismen von Kreditbeziehungen in der Schweiz darzulegen und zu analysieren. Es soll eine Antwort darauf gefunden werden, ob Zusammenhänge und Konzepte, wie sie die Makroökonomie oder Mikroökonomie für Kreditmärkte theoretisch beschreiben, vorliegen. Insgesamt werden in der Arbeit 15 Hypothesen formuliert, um die makroökonomischen und mikroökonomischen Zusammenhänge und Konzepte zu untersuchen.

Aus makroökonomischer Sicht sind von 1997 bis 2004 keine signifikanten Einflüsse auf das Kreditangebot feststellbar. Einzig der Verlauf des Aktienindexes, zeigte eine mögliche Abhängigkeit des Kreditangebots der Grossbanken an die Kleinstunternehmen auf. Damit gibt es einen Hinweis auf eine risikoorientierte Steuerung des Kreditgeschäfts. 80 % des gesamten Kreditvolumens an Unternehmen entfallen auf die Kantonal- und Grossbanken. Der Kreditmarkt Schweiz ist in seiner Struktur hoch konzentriert und besitzt eine oligopolistische Struktur. Den Nachfragern stehen je nach Kreditbedarf lokal drei bis höchstens fünf Anbieter zur Verfügung.

49 % aller KMU beziehen einen Kredit, je nach Unternehmensgrösse und Branche schwanken die Werte zwischen 40 % und 73 %. Unternehmen, die mehrere Kredite in Anspruch nehmen, beschränken sich in der Regel auf einen oder sehr wenige Kreditgeber. Nutzt ein Unternehmen andere Bankdienstleistungen, so kommt eine grössere Zahl von Anbietern zum Zuge. Aus mikroökonomischer Perspektive bestätigt sich die Vermutung über eine risikoorientierte Steuerung des Kreditgeschäfts: In der Kreditbeziehung zwischen Banken und KMU scheint das Kreditgeschäft der Grossbanken vielfach über die Konditionen gesteuert zu werden, während die Kantonalbanken häufiger Spielräume zu gewähren scheinen.

Aus theoretischer Sicht hat sich bei den Konsolidierungseffekten insbesondere die Struktur-Ergebnis Hypothese als dominierend herausgestellt. Dazu gesellen sich die Erkenntnisse, dass die Zusammenhänge der Transaktionskostentheorie und der Principal Agent Theorie im KMU Kreditgeschäft Bestand haben.

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