Doktorarbeit: Der Einsatz des Gruppenpuzzles in der Grundschule

Der Einsatz des Gruppenpuzzles in der Grundschule

Förderung von Lernerfolg, Lernfreude und kooperativen Fertigkeiten

Schriften zur pädagogischen Psychologie, Band 17

Hamburg , 258 Seiten

ISBN 978-3-8300-1802-5 (Print)

Zum Inhalt

Unter dem Eindruck aktueller internationaler Schulvergleichsstudien wird nach neuen Methoden für den Unterricht gesucht, um die Leistungen der Lernenden zu verbessern. In diesem Zusammenhang werden kooperative Unterrichtsmethoden diskutiert, die nach Forschungsbefunden aus dem US-amerikanischen und israelischen Raum nicht nur die Kooperationsbereitschaft der Lernenden fördern und sich günstig auf die Lernmotivation auswirken, sondern auch die Leistungen steigern. Aus dem deutschsprachigen Raum liegen bisher kaum Untersuchungen zur Effektivität kooperativer Unterrichtsmethoden vor. Speziell bei jüngeren Schulkindern gibt es keine systematischen Erfahrungen über Einsatzbedingungen und Wirksamkeit kooperativer Methoden.

In der vorliegenden Arbeit werden zum einen verschiedene theoretische Aspekte kooperativen Lernens ausführlich beschrieben und durch empirische Belege untermauert. Im Mittelpunkt steht dabei die kooperative Methode des Gruppenpuzzles. Beim Gruppenpuzzle erarbeiten sich alle Lernenden in kooperativen Arbeitsgruppen selbstständig einen Teilbereich eines Themas und machen sich zu Experten. Anschließend vermitteln sich die Lernenden in neu gebildeten Kleingruppen wechselseitig ihr Expertenwissen.

Im empirischen Teil wird, erstmalig im deutschsprachigen Bereich, der längerfristige Einsatz des Gruppenpuzzles im Sach- und Mathematikunterricht der dritten Klassenstufe der Grundschule beschrieben. Geprüft wurden der Lernerfolg und die Lernfreude der Kinder im Vergleich mit lehrergeleitetem Unterricht. Zusätzlich wurde den Fragen nachgegangen, welche Qualität die kooperative Zusammenarbeit hat und ob die längerfristige Anwendung der Methode zu einem Ansteigen der Effekte führt.

Die Ergebnisse sprechen für den Einsatz des Gruppenpuzzles in der dritten Klassenstufe. Das Ausmaß aufgabenbezogenen Verhaltens ist demjenigen in herkömmlichem Unterricht vergleichbar und es werden insgesamt deutlich mehr kooperative Verhaltensweisen gezeigt. Dabei verbessert sich die Qualität der kooperativen Zusammenarbeit im Verlauf der längerfristigen Anwendung des Gruppenpuzzles. Bei gleichen Lernleistungen wie im lehrergeleiteten Unterricht gelang es, zusätzlich Schlüsselqualifikationen wie selbstständiges Lernen und das Arbeiten in Gruppen zu vermitteln. Dabei wird nicht verschwiegen, dass es sich beim Gruppenpuzzle nicht um ein Patentrezept handelt, sondern gut vorbereitet und geplant werden muss um Schwierigkeiten zu entgehen und um das volle Potential der Methode auszuschöpfen.

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