Forschungsarbeit: Zeichen der Einsamkeit

Zeichen der Einsamkeit

Sinnstiftung und Sinnverweigerung im Erzählen von Patrick Süskind

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 80

Hamburg 2005, 148 Seiten
ISBN 978-3-8300-1729-5 (Print & eBook)

Das Parfum, Deutsche Literatur, Einsamkeit, Literaturwissenschaft, Patrick Süskind, Postmoderne, Poststrukturalismus, Sinnstiftung, Sinnverweigerung

Zum Inhalt

Patrick Süskinds Bestseller Das Parfum scheint die lineare Geschichte eines perversen Frauenmörders zu sein. Beim genaueren Lesen jedoch zeigt sich, daß hinter dieser Maske verschiedene sinnstiftende und sinnverweigernde Lesarten verborgen sind, die in ihrer Polyphonie in die Nähe der Postmoderne angesiedelt werden.

Doch darüber hinaus scheinen sich die Figuren und Zeichen bei Süskind zu einem Diskurs der Einsamkeit zu formieren, der dem gesamten Erzählwerk innewohnt. Durch eine relative Außenperspektive werden Süskinds Protagonisten in Das Parfum (1984), Die Taube (1987) und Die Geschichte von Herrn Sommer (1991) als Aktanten in einer Welt geschildert, von der sie sich durch geheimnisvoll-befremdendes Benehmen abheben. Der Blick auf die Figuren erfolgt immer aus einer distanzierten Perspektive, welche ein direktes Verständnis ihrer Seinsweise verweigert. Die Andersartigkeit der Protagonisten gegenüber ihrem menschlichen Umfeld und das Unverständnis ihrer Mitmenschen führt zu einem Zustand der Isolation, des Alleinseins und der Einsamkeit. Gleichzeitig richten sich die Protagonisten in diesem Leben, ihrem eigenen System der Einsamkeit ein.

Neben einer Darstellung der verschiedenen Lesarten und der Narrationsstrategien beschäftigt sich Freudenthals Analyse zum ersten Mal mit dem Diskurs der Einsamkeit bei Patrick Süskind - unter einem durch die Theorie der Postmoderne und des Poststrukturalismus geprägten Blickwinkel. Die Arbeit versucht das bisher vernachlässigte Phänomen der Einsamkeit unter einem philosophisch-literarischen Fokus darzustellen und die Verbindung zum kommunikativen Dreieck Text, Autor, Leserschaft und damit zur Gesellschaft zu knüpfen.



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