Forschungsarbeit: Rumäniendeutsche Literatur und die Diktatur

Rumäniendeutsche Literatur und die Diktatur

Die Vergangenheit entlässt dich niemals

Studien zur Germanistik, Band 13

Hamburg 2004, 142 Seiten
ISBN 978-3-8300-1712-7 (Print & eBook)

Eginald Schlattner, Germanistik, Herta Müller, Literaturwissenschaft, Oskar Pastior, Richard Wagner, Rumäniendeutsche Literatur, Rumänische Dikatur

Zum Inhalt

Im Zentrum der Aufsatzsammlung steht die neuere rumäniendeutsche Literatur. Anhand ausgewählter Beispiele gestaltet die Autorin die Auseinandersetzung der rumäniendeutschen Epik und Lyrik mit dem rumänischen Totalitarismus nach 1945. Der Schwerpunkt der Aufsatzsammlung liegt im Bereich der Epik, er fällt auf die Romane Herztier, Miss Bukarest und Rote Handschuhe. Zeitlich werden die Jahre von 1956, die stalinistischen Schauprozesse, die repressive Diktatur Ceausescus, bis zur Wende 1989 abgedeckt. Die Fokussierung auf 3 namhafte rumäniendeutsche Schriftsteller, welche sich bereits im Westen etabliert haben, Herta Müller, Richard Wagner und Eginald Schlattner erlaubt der Autorin, unterschiedliche Positionen im Zusammenhang mit der rumänischen Diktatur zu beleuchten. Verbindende Kennzeichen der besprochenen Autoren sind, dass sie sich auf Autobiographisches berufen, aus der Erinnerung schöpfen und von den erlebten Traumata nicht loskommen. Erkundet wird der destruktive Einfluss des totalitären Regimes auf das Leben verschiedener Individuen. Diktatur wird im Zusammenhang mit einer ubiquitären Macht, mit der Metapher der ’Welt als Gefängnis‘, mit einer ’Landschaft als Totalitarismuskritik‘ analysiert. Auch den Strategien des Überlebens geht die Autorin nach. Einbezogen werden dabei poetologische Bemerkungen zur Rolle des Schreibens, diktatorisches Erzählen wird interpretiert.

Nachgegangen wir der Diktatur auch im Bereich der Lyrik. Am Beispiel des experimentell schreibenden Dichters Oskar Pastior wird eine originelle Antwort auf die Diktatur interpretiert. Der Rückzug in die Innerlichkeit, die Absage an Grammatik und die Tarnung des Sinns werden als literarische Antwort auf erlebte Diktatur gedeutet. Poetologische Standortbestimmungen verschmelzen mit konkret angeführten Beispielen.



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