Doktorarbeit: Ökumene-Lernen im Religionsunterricht

Ökumene-Lernen im Religionsunterricht

Anspruch ohne Resonanz?

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 20

Hamburg 2004, 242 Seiten
ISBN 978-3-8300-1593-2 (Print & eBook)

Dialog, Didaktik, Lernen, Ökumene, Orthodoxie, Pädagogik, Religionspädagogik, Schulunterricht, Theologie

Zum Inhalt

Katholischer Religionsunterricht ist von der ökumenischen Dimension herausgefordert.

Wie ist es möglich, den Anliegen der eigenen Kirche und jenen der anderen christlichen Kirchen gerecht zu werden, die Bedürfnisse der SchülerInnen und ReligionslehrerInnen zu berücksichtigen und den Notwendigkeiten der ökumenischen Situation zu entsprechen?
Kann der katholische Religionsunterricht mit seinem Engagement für die Ökumene am Sichtbarwerden der Einheit der einen Kirche Christi um der Glaubwürdigkeit aller Christen willen mitarbeiten und so dazu beitragen, dass Ökumene ein präsentes Prinzip bleibt?

Die Untersuchung, bezieht sich vor allem auf die österreichische Situation, in der die nicht römisch-katholischen Kirchen eine deutliche Minderheitenstellung haben.

Im ersten Teil bekommen neben dem Anspruch des Ökumene-Lernen ’von oben’, also aus zentralen kirchlichen Dokumenten, auch jene ’von unten’, also die SchülerInnen, LehrerInnen- und Schulperspektive deutliches Gewicht. Hierin kommt die klare und eindeutige Option der Autorin für die Subjekthaftigkeit der Schülerinnen und Lehrerinnen im Religionsunterricht zum Ausdruck. Dass es zwischen dem Anspruch ’von oben’ und dem ’von unten’ zu Konflikten kommt, gehört zum religionspädagogischen Alltagswissen.

Die Qualität der vorliegenden Arbeit liegt darin, die Differenz genau und begründet zu beschreiben, zu bestimmen und mit ihr theologisch weiter zu arbeiten: Der zweite Teil widmet sich die Arbeit der – kulturtheoretisch abgestützten – Entwicklung einer eigenständigen Differenzhermeneutik, die ökumenisch und religionspädagogisch verortet wird. Über die Frage der Ökumene hinaus, könnte in diesem Verfahren ein Modell für den Umgang mit Herausforderungen durch Anderes/Fremdes im Religionsunterricht gesehen werden.

Unter besonderer Berücksichtung des speziellen Majoritäts-Minoritäten-Verhältnisses der christlichen Kirchen in Österreich wird für einen ökumenisch orientierten Religionsunterricht im Resümee thesenhaft festgehalten: Ökumene-Lernen ist eine existentielle Verpflichtung aus dem Evangelium, es ist vielfältiges Lernen und muss sich an den konkreten Bedingungen orientieren. Ökumene-Lernen will identitätsförderndes Lernen sein und muss dialogorientiertes Lernen sein. Ökumene-Lernen ist schließlich auch korrelatives Lernen, weil es ein Lernen in Beziehungen ist und es kann nur gelingen, wenn es den SchülerInnen die Gelegenheit gibt, über andere, mit und von anderen zu lernen.



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