Dissertation: Zwischen Heimatgeschichte und Kulturgeschichte: Maria Belli-Gontard

Zwischen Heimatgeschichte und Kulturgeschichte: Maria Belli-Gontard

Leben und Werk unter besonderer Berücksichtigung ihrer Sammlung „Leben in Frankfurt am Main“

Studien zur Germanistik, Band 11

Hamburg , 502 Seiten

ISBN 978-3-8300-1551-2 (Print)
ISBN 978-3-339-01551-8 (eBook)

Zum Inhalt

Maria Belli-Gontard, einer Hugenottenfamilie entstammend, wurde 1788 in Frankfurt am Main geboren. Ein Zweig der Familie begründete in Frankfurt das Bankenwesen. 1810 heiratete sie den Bankier Peter Belli.

Für sie als Frau war dieses Leben anfangs nicht sehr befriedigend, zumal sie immer kränklich war. Dadurch, daß aber in der Familie viel Geld vorhanden war, konnte sie es sich leisten, oft Kur- und Erholungsreisen anzutreten, die sie eingehend in ihren Lebenserinnerungen von 1872 schilderte.

Die Kehrtwende ihres Lebens bildete eine Reise nach Konstantinopel, die sie 1845 - für ihre Zeit sehr ungewöhnlich - als Frau alleine unternahm. Mit der Aufzeichnung dieser Reise begann ihre Schriftstellerkarriere, die in ihrer Bandbreite beachtlich ist. Am beeindruckendsten ist ihre Chronik „Leben in Frankfurt am Main“. Hierin wird das Leben in der Stadt über einen Zeitraum von 100 Jahren mit Hilfe von Anzeigen aus den Frankfurter „Frag- und Anzeigungs-Nachrichten“ widergespiegelt. Aus einem anderem Sammelwerk von Artikeln der ersten Zeitungen Deutschlands geht z.B. Zeitgenössisches vom philosophischen Aufklärer Voltaire hervor.

Es ist die Zeit des Aufbruchs. Frauen wie Caroline Schlegel oder Rahel Varnhagen machen durch ihre berühmten Literatursalons von sich reden. Zusammen mit dem Schriftsteller und Literaturkritiker Karl Gutzkow unterhielt auch Maria Belli-Gontard 1844 für einige Monate einen Lesekreis dieser Art.

Anschließend beschäftigte sie sich mit der Sammlung und Herausgabe von Autographen berühmter Personen. Für die moderne Forschung ist Maria Belli-Gontards Sammelleidenschaft noch heute ergiebig.

Sie starb 1883, wurde also 95 Jahre alt. Noch im hohen Alter von 84 Jahren wurde sie in Goethes Vaterhaus zum Meister des Freien Deutschen Hochstifts ernannt.

Ihr Werk im Verlag Dr. Kovač

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