Doktorarbeit: Der Demokratisierungsprozess in Afrika am Beispiel von Mali

Der Demokratisierungsprozess in Afrika am Beispiel von Mali

Demokratie und Demokratisierungsprozesse, Band 1

Hamburg 2004, 320 Seiten
ISBN 978-3-8300-1483-6 (Print), ISBN 978-3-339-01483-2 (eBook)

Afrika, Demokratisierung, Dezentralisierung, Französisch-Sudan, Königreich Mali, Kolonisierung, Nachkoloniale Regimes, Politikwissenschaft, Rechtsstaatlichkeit

Zum Inhalt

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In dieser Arbeit soll nicht nur eine Erklärung des politischen Geschehens in Mali seit dem Sturz der Militärdiktatur im Jahre 1991 erfolgen, sondern auch die Erfahrungen der Bevölkerung mit dem Demokratisierungsprozess sowie ihre Erwartungen und Forderungen dargestellt und analysiert werden. Hierfür hat der Autor im Jahre 1999, acht Jahre nach dem Beginn des Prozesses, eine umfangreiche Feldforschung vor Ort durchgeführt, bei der verschiedene Interviewtechniken (u. a. das „Palaverbauminterview“) zur Anwendung kamen. Aber ebenso wie die Analyse des Aufwachsens eines Kindes nicht einfach mit seiner Geburt beginnt, sondern auch die seines Ursprungs (Eltern und Vorfahren) mit einschließt, so ist auch in dieser Forschungsarbeit eine Rückschau in die Vergangenheit Malis notwendig. So wird die Geschichte Malis von seiner Vorkolonialzeit bis zum Beginn der Demokratisierung dargestellt, analysiert und ihre Auswirkungen auf den heutigen Demokratisierungsprozess vorgestellt.

Bereits vor seiner Feldforschung hat sich der Autor mit Thesen verschiedener Politikwissenschaftler (S. Amin, W. Kühne, J.-F. Bayart und R. Tetzlaff) zur Demokratisierung befasst und sie in Hinblick auf sein Dissertationsvorhaben untersucht und bewertet. Ein wichtiges Kapitel in Hinsicht auf den Demokratisierungsprozess ist die Untersuchung der Postkolonialzeit, wo die Amtszeit der sozialistischen Regierung unter Modibo Ketas (1960-1968) und die Zeit der Militärdiktatur unter Moussa Traor? (1968-1991) dargelegt und analysiert werden. Der Kampf für die Demokratisierung wird im anschließenden Kapitel behandelt. Hier wird die Arbeit der Übergangsregierung ebenso dargestellt und analysiert wie die Amtszeit der gewählten demokratischen Regierungen und ihrer wichtigsten Institutionen. Außerdem werden Konflikte und Hindernisse (wie z. B. soziale Krisen, Korruption und der Tuaregkonflikt) für den Demokratisierungsprozess aufgezeigt und die Politik der Dezentralisierung dargestellt und erläutert.

Die Ergebnisse der mehrmonatigen Feldforschung finden sich im Kapitel über die Erwartungen der Bevölkerung an den Demokratisierungsprozess. Nach einer Beschreibung der Methoden und des Ablaufs des Forschungsprozesses werden die Ergebnisse der Befragungen der verschiedenen Personengruppen präsentiert. Im abschließenden Kapitel werden nicht nur Schlussfolgerungen gezogen, der Autor erläutert auch eigene Thesen und Kriterien für die Demokratisierung und stellt sie in einem selbst entworfenen Schema, dem „Demokratisierungsbaum“, dar.



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