Dissertation: Tumormarker in der Pädiatrie

Tumormarker in der Pädiatrie

Modifizierte Nucleoside

HIPPOKRATES – Schriftenreihe Medizinische Forschungsergebnisse, Band 65

Hamburg , 244 Seiten

ISBN 978-3-8300-1387-7 (Print)

Zum Inhalt

Die Studie hat zum Ziel die Verwendung von Nucleosiden als potentielle Tumormarker im Kindes- und Jugendalter zu evaluieren. Mit einer RP-HPLC-Methode werden die Urinkonzentrationen von 16 modifizierten- und normalen Nucleosiden bestimmt.

Anhand von 166 gesunden Kindern und Jugendlichen werden Referenzwerte für die unterschiedlichen Nucleosidkonzentrationen erstellt. Dabei konnte keine Geschlechts-abhängigkeit, aber eine deutliche Altersabhängigkeit nachgewiesen werden. Die mit steigendem Lebensalter absinkenden Nucleosidkonzentrationen konnten in den meisten Fällen am günstigten durch eine hyperbole Funktion beschrieben werden.

Diese Referenzwerte wurden den Nucleosidkonzentrationen von 75 an unterschiedlichen Malignomen erkrankten Kindern und Jugendlichen gegenübergestellt: Bei dem Vergleich der Nucleosidkonzentrationen von prätherapeutischen Tumorpatienten mit den Referenzwerten ergab sich, dass die Konzentrationen der modifizierten Nucleoside, nicht aber die der normalen Nucleoside häufig über den 95%-Perzentilen der Referenzwerte lagen. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen wurden in vielen Altersklassen bei mehreren modifizierten Nucleosiden nachgewiesen. Beim Vergleich der Korrelationsmatrizen der Nucleosidkonzentrationen von gesunden Testpersonen und Tumorpatienten zum Zeitpunkt der Initialdiagnose ergaben sich zum Teil abweichende Korrelationen; es bestehen demnach zwischen beiden Kollektiven unterschiedliche Korrelationsmuster. Deshalb wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, die beiden Gruppen mittels einer Mustererkennungsmethode, wie z.B. einem neuronalen Netz zu differenzieren. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Nucleosidkonzentrationen von Tumorpatienten in Remission gegenüber denen von prätherapeutischen Malignompatienten deutlich niedriger lagen, ohne aber die Referenzkonzentrationen komplett zu erreichen. Unter einer effizienten antineoplastischen Therapie sanken die Nucleosidkonzentrationen in der Regel ab. Bei Patienten, die während der Therapie ein Rezidiv entwickelten, stiegen die Nucleosidkonzentrationen dagegen bei einem hohen Anteil der Patienten wieder an. Bei Langzeitbeobachtungen von Malignompatienten konnte gezeigt werden, dass sich die Nucleosidkonzentrationen parallel mit dem klinischen Zustand änderten. Trotzdem muss auch darauf hingewiesen werden, dass die Nucleosidkonzentrationen auch geringfügig bei nicht-malignen Erkrankungen ansteigen.

Die Ergebnisse dieser Studie führen zu dem Schluss, dass diese Substanzen als Tumormarker in Betracht kommen. Sie zeichnen sich durch eine hohe diagnostische Sensitivität aus, wenn als Cut-off die 95%-Perzentilen der Referenzkonzentrationen festgelegt werden.

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