Dissertation: Zur Sensibilität von Studierenden für die Komplexität problemorientierten Mathematikunterrichts

Zur Sensibilität von Studierenden für die Komplexität problemorientierten Mathematikunterrichts

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 11

Hamburg 2004, 394 Seiten
ISBN 978-3-8300-1228-3 (Print)

Computerszenario, komplexes Problemlösen, Mathematikdidaktik, Pädagogik, problemorientierter Unterricht, Schulunterricht

Zum Inhalt

Eine stärkere Problemorientierung des Mathematikunterrichts wird nicht nur in Deutschland seit langem gefordert. Dennoch zeigen auch neuere internationale Untersuchungen eine ge-wisse Resistenz der Unterrichtsrealität gegenüber diesen gut begründeten Forderungen. Dafür gibt es verschiedene Gründe und vielerlei Zwänge werden häufig angeführt. Als eine mögli-che Ursache werden auch zusätzliche Anforderungen eines problemorientierten Mathematik-unterrichts an die Lehrkraft gesehen.

In Anlehnung an neuere kognitionspsychologische Forschungen lässt sich Unterrichten als Entscheiden und Handeln in komplexen Konstellationen auffassen. Vor diesem Hintergrund ist problemorientierter Mathematikunterricht durch eine besonders hohe Komplexität nicht nur hinsichtlich methodischer, sondern insbesondere auch hinsichtlich mathematisch-kognitiver Aspekte gekennzeichnet. Nimmt man dies ernst, so lässt sich daraus auch der An-spruch ableiten, die Komplexität von (problemorientiertem Mathematik-) Unterricht bereits in der Lehrerausbildung stärker als bisher und in geeigneter Weise zu thematisieren. Allerdings liegen diesbezüglich auch international kaum Erfahrungen vor.

Erste Schritte zu einer entsprechenden zusätzlichen Orientierung der Mathematiklehrerausbil-dung werden mit dieser Arbeit gegangen. Es wird über die Entwicklung eines realitätsbezoge-nen interaktiven Computerszenarios berichtet, das für die Nutzer (beispielsweise Lehramts-studierende) spezifische Aspekte der Komplexität problemorientierten Mathematikunterrichts und resultierende Anforderungen an die Lehrkraft anhand eines paradigmatischen Beispiels in besonderer Weise erfahrbar macht. Darüber hinaus wird in einer exploratorischen Untersu-chung gezeigt, dass mithilfe dieses neuartigen Szenarios Hinweise auf den Grad der Sensibili-tät für diese Komplexität beim Nutzer gewonnen werden können. Das Computerszenario scheint daher geeignet, ergänzende Informationen zur Ausgangssituation für entsprechende Weiterentwicklungen der Mathematiklehrerausbildung zu gewinnen und diese gegebenenfalls zu evaluieren.



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