Dissertation: Livius und Machiavelli

Livius und Machiavelli

Castruccio Castracani: alter Hannibal an alter Scipio Africanus maior? Zur Rezeption des livianischen Vierdimensionenmodells durch Machiavelli

Schriftenreihe altsprachliche Forschungsergebnisse, Band 3

Hamburg 2003, 220 Seiten
ISBN 978-3-8300-1085-2 (Print)

Antike, Hannibal Barkas, Herzog von Lucca, Humanismus, Punische Kriege, Renaissance, Sprachwissenschaft

Zum Inhalt

Machiavellis Fürstenspiegel Il Principe ist hinlänglich bekannt. Während Machiavelli in seinem Principe jedoch mehrere Persönlichkeiten vordergründig thematisiert, stellt er in der Lebensbeschreibung des Castruccio Castracani den Herzog von Lucca heraus. Allerdings handelt es sich nicht um den historisch bekannten Castruccio, sondern um Machiavellis Idealgestalt eines erfolgreichen Fürsten. Der Florentiner Machiavelli nimmt sich für seinen lucchesischen Herzog Castruccio das Hannibalbild des römischen Historikers Titus Livius zum Vorbild. Auf diese Weise wird Castruccio sozusagen zum Zwillingsbruder Hannibals. Beide, Machiavellis Castruccio und der livianische Hannibal, verleben vergleichbare Jugendjahre, beide entwickeln sich zu militärischen Genies, die ihre Schlachten taktisch ähnlich gestalten. Fortuna und Virtus sind in ihrem Verhältnis zu Hannibal und seinem Abbild Castruccio bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Der Abgang Hannibals bei Livius ist ähnlich schicksalhaft wie das Ende des Castruccio bei Machiavelli. Wie sein Vorbild Livius als Römer und Republikaner, bleibt Machiavelli sich als Florentiner und Republikaner auch in der Castrucciovita treu. Hannibal unterliegt dem triumphierenden Rom am Ende doch und die Republik Florenz kann die Niederlagen gegen den früh verstorbenen Castruccio rasch vergessen machen.



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