Dissertation: Deutscher Ausschuß für Technisches Schulwesen

Deutscher Ausschuß für Technisches Schulwesen

Untersuchungen unter besonderer Berücksichtigung metalltechnischer Berufe

Studien zur Berufspädagogik, Band 7

Hamburg 2003, 465 Seiten
ISBN 978-3-8300-1032-6

Berufsbildungsforschung, Berufsfelddidaktik, Berufsfeldwissenschaft, historische Berufspädagogik, Industriesoziologie, metallgewerbliche Berufsbildung, Pädagogik

Zum Inhalt

Vor etwa einhundert Jahren begann sich in den Industrieunternehmen des Deutschen Reichs eine eigenständige Ausbildung der Maschinenarbeiter zu formieren. Im Zuge der Entwicklung, sich bei der Suche neuer Arbeitskräfte nicht mehr nur auf handwerklich Ausgebildete zu stützen, entstand der Deutsche Ausschuß für Technisches Schulwesen, kurz DATSCH. Er wurde im Jahre 1908 unter maßgeblicher Initiative des Vereines Deutscher Ingenieure (VDI) gegründet.

Dieser Ausschuss entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der wichtigsten Institutionen im Bereich der gewerblich-technischen und insbesondere der metalltechnischen beruflichen Bildung. Noch in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs konstituiert, überstand er den Ersten Weltkrieg und erlebte während der Weimarer Republik einen großen Zulauf. Scheinbar problemlos passte er sich ab 1933 der nationalsozialistischen Diktatur an. Im so genannten „Dritten Reich“ wurde der DATSCH schließlich zu einem Reichsinstitut für Berufsausbildung in Handel und Gewerbe politisch aufgewertet. Doch mit dem Ende dieser Diktatur wurde 1945 auch das Reichsinstitut aufgelöst, wenngleich die Arbeiten dieser Einrichtung noch lange nachwirkten.

In dem Band wird – eingebettet in den jeweiligen gesellschaftspolitischen Kontext – der Deutsche Ausschuß für Technisches Schulwesen umfassend und zugleich punktuell vertiefend kritisch beleuchtet. So wird analysiert, welche Bedingungen die Gründung und Etablierung des DATSCH förderten, welche Arbeiten dieser auf dem Gebiet der metalltechnischen Bildung leistete und wie daran nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Neugestaltung in den beiden deutschen Staaten angeschlossen wurde. Der Autor betrachtet anhand vieler historischer Fakten und zeitgenössischer Aussagen das über 30-jährige Wirken dieses Ausschusses und seinen Einfluss auf die Entwicklung der beruflichen Bildung. Neben einer ausführlichen Darstellung zum Werdegang des DATSCH wird sich dabei vor allem den Arbeiten zu den Lehrgängen und zur Ordnung der Berufe in den 1920er und 1930er Jahren zugewandt. Aufgrund der Bedeutung des Metallgewerbes rückt in diesem Zusammenhang der Verfasser nicht zufällig gerade die Metallberufe und an deren Spitze den Maschinenschlosser in den Mittelpunkt. Doch der geschichtliche Exkurs führt noch weiter und endet nach Betrachtungen über das Zentralinstitut für Berufsbildung der DDR und das Bundesinstitut für Berufsbildung erst in der Gegenwart.

Nachdem der DATSCH als Untersuchungsgegenstand bislang in der historisch angelegten berufspädagogischen und berufswissenschaftlichen Forschung keineswegs eine angemessene Beachtung gefunden hat, liegt nunmehr ein Band vor, der eine Lücke füllt: eine Untersuchung, die den DATSCH mit seinen vielseitigen Facetten in der gesamten Schaffens- und auch Wirkenszeit erfasst. Entstanden ist eine erste umfassende Darstellung zum Deutschen Ausschuß für Technisches Schulwesen und zugleich ein wichtiger Beitrag über rund einhundert Jahre bewegter Berufsbildungsgeschichte.



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