Forschungsarbeit: Deutsch-serbische Kulturbeziehungen im Spiegel des Volksliedes

Deutsch-serbische Kulturbeziehungen im Spiegel des Volksliedes

Talvj-Therese Albertine Luise von Jakob (1797-1870)

Studien zur Slavistik, Band 4

Hamburg 2003, 152 Seiten
ISBN 978-3-8300-0908-5

J. Kopitar, Literaturwissenschaft, Serbien, Slavistik, Volksdichtung, Vuk Karadzic

Zum Inhalt

Es gibt mehrere Beweggründe, die zur Entstehung dieses Buches führten:

  • a) der 200. Geburtstag Therese Albertine Luise von Jakob-Robinsons (1797-1870), in der Literatur unter dem Namen Talvj bekannt, deren Sammlungen der "Volkslieder der Serben" aus dem Jahr 1825/26 den Anstoß zu intensiveren deutsch-serbischen Kulturbeziehungen gaben und eine europäische Begeisterung für die serbischen Volkslieder und das Werk Vuk Stefanovic Karadzics entfachten - Übersetzungen, die auch heute noch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben;
  • b) der 250. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832), der Talvj als Vermittlerin zwischen Serben und Deutschen nicht nur stark unterstützte, sondern auch selber in seiner schriftstellerischen Tätigkeit einen großen Beitrag auf dem Gebiet der serbischen Volkspoesie leistete;
  • c) das Erscheinen neuer Übersetzungen serbischer Volkslieder in deutscher Sprache und
  • d) Stimmen in der deutschen Slavistik, die bei der Bewertung der serbischen Volksdichtung von der Grimm-Goetheschen Tradition abweichen, indem sie die politische und ideologische Gegenwart in die literarische Vergangenheit projizieren.

Im ersten Teil dieses Buches wird ein allgemeiner Überblick über die deutschsprachige Rezeption serbischer Volkslieder im weiteren slavistischen und komparatischen Kontext gegeben. Im zweiten Teil wird die Rezeption bei den Deutschen und das Werk der bedeutenden Dichterin und Übersetzerin der Spätromantik, Therese von Jakov (Talvj), in ihrer und unserer Zeit beleuchtet. Der dritte Teil enthält Texte Talvjs über die serbischen Volkslieder, die in der Slavistik und im Rahmen der serbisch-deutschen Kulturbeziehungen nur unzureichend in Augenschein genommen wurden oder völlig in Vergessenheit geraten sind.

Wie schon der Titel des Buches sagt, stehen im Mittelpunkt der deutsch-serbischen Begegnungen die serbischen Volkslieder, die seit mehr als zwei Jahrhunderten Gegenstand eines lebhaften Interesses der deutschen kulturellen Öffentlichkeit sind und die von kulturhistorischen, poetologischen und, am häufigsten, von sprachlich-übersetzerischen Gesichtpunkten aus betrachtet werden.

Milos Okuka, Prof. Dr., Slavist, geb. am 2.8.1944 in Porija/Ulog (Bosnien-Herzegowina), Institut für Slavische Philologie der Universität München. Autor zahlreicher Arbeiten und Bücher u.a. U Vukovo doba (Sarajevo 1987), Eine Sprache- viele Erben (Klagenfurt 1998), Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens (Hg.) (Klagenfurt 2002).



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