Doktorarbeit: Kirche und Recht in Korea

Kirche und Recht in Korea

Entstehung, Organisation und Rechtsgrundlagen der katholischen Mission in Korea

Studien zur Kirchengeschichte, Band 3

Hamburg , 332 Seiten

ISBN 978-3-8300-0897-2 (Print)

Zum Inhalt

Die Thematik der Arbeit ist weit gefächert: Sie reicht von den ersten Anfängen der katholischen Missionstätigkeit in Korea und dem geistigen Umfeld, das der christliche Glaube im 17. und 18. Jahrhundert vorfand, als er noch ohne jede Unterstützung durch eine organisierte Missionstätigkeit auf der koreanischen Halbinsel Fuß fasste, bis in die heutige Gegenwart: Lange hatte es gebraucht und schwere Verfolgungen mussten hingenommen werden, bis der „westliche“ christliche Glaube von den starken geistigen Kräften des Landes toleriert und inmitten der traditionellen Religionen anerkannt worden ist. So endeten die Verfolgungen des Christentums, namentlich des Katholizismus, und die Spannungen ihm gegenüber erst, als sich Korea in Konfrontation mit Japans politischen und geistigen Hegemonialbestrebungen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts dem westlichen Denken öffnete und eine Verfassung annahm, der die strikte Trennung von Politik und religiösem Bekenntnis zugrunde liegt. Wie sich seitdem der katholische Glaube in Korea – nun im wesentlichen ungestört von politischen oder kulturellen Angriffen - verbreiten und sich in seinem Bestand auch kirchenrechtlich festigen konnte, stellt die Verfasserin, die als Ordensschwester in tätiger Gemeindearbeit selbst an diesem bedeutenden Werk beteiligt ist, anhand der kirchenrechtlichen Quellen Koreas kenntnisreich und mit einem besonders klaren und tiefen Bewusstsein für die große transzendente Kraft in der Geschichte des christlichen Glaubens und der Kirche dar.

Dabei hebt sie den besonderen und charakteristischen Wesenszug der koreanischen Verfassung hervor, den Grundsatz der strikten Neutralität des Staates nicht nur gegenüber den zur Zeit in Korea tätigen christlichen Konfessionen, sondern gegenüber jeder Religion. Die zahlreichen und sehr unterschiedlichen Glaubensrichtungen in Korea sind darum bei der Organisation ihrer Gemeinschaften allein auf das Privatrecht verwiesen und können - anders als z. B. die christlichen Konfessionen und die jüdischen Gemeinden in Deutschland – nicht auf die Möglichkeiten öffentlich-rechtlicher Körperschaften zurückgreifen. Wie dennoch die weit in das öffentliche Leben Koreas hineinreichenden sozialen und karitativen Aufgaben der christlichen Kirchen als Unterstützung der allgemeinen Sozialarbeit, aber auch als heilsame Konkurrenz zu ihr, wahrgenommen und verstanden werden, ist ein hochinteressanter Schwerpunkt dieser Arbeit, zumal auch das Verhältnis der christlichen Konfessionen zueinander und die Mitwirkung der katholischen Kirche innerhalb der Ökumene in diesem Zusammenhang beleuchtet werden.

Als Interessentenkreis ist anzusprechen: Kirchenhistoriker, Theologen, Rechtshistoriker, Juristen, Vertreter der Koreanistik und alle an Korea und seiner Geschichte Interessierte.
Begegnet ein einzelner Mensch oder ein ganzes Volk einer neuen Idee und einer neuen Religion, dann verändert sich bei beiden das Denken. Und wenn sich ihr Denken wandelt, ändert sich auch ihr Handeln. Denn es gehört zur Natur des Menschen und zum Ausdruck seines Geistes, dass sich sein Streben auf die höheren Werte hin ausrichtet. Daher suchen die Menschen zu allen Zeiten und überall nach dem Richtigen, Gerechten und Vernünftigen. Und wird dieses Streben geordnet und systematisiert, zeigt es sich in der Wirklichkeit u. a. als Recht. Dessen Entfaltung geschieht aber weniger im Wege der Logik, sondern durch seine Geschichte in einem langen Prozess voll leidvoller Erfahrung und dem beständigen neuen Versuch, das Richtige und Gerechte zu treffen.

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