Dissertation: Außerschulische Umweltbildung in der Evaluation

Außerschulische Umweltbildung in der Evaluation

Wirkungen kurzzeitpädagogischer Maßnahmen auf Umwelt- und Naturschutzinteressen von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 7

Hamburg 2003, 294 Seiten
ISBN 978-3-8300-0867-5 (Print)

Biologiedidaktik, Evaluationsforschung, Interessenforschung, Nationalpark, Naturschutzinteresse, Pädagogik, Umweltbildung, Umweltschutzinteresse, Wildnis, Wildnispädagogik

Zum Inhalt

Im Zuge einer geforderten Öffnung von Schule erlangen außerschulische Umwelt-Lernstandorte immer größere Bedeutung und unterstützen in vielfältiger Weise die umweltpädagogische Arbeit der Schulen. Gerade Großschutzgebiete nehmen sich dieser Aufgabe an. Über die Wirksamkeit der meist kurzzeitpädagogischen Bildungsangebote herrscht bis heute weitgehend Unklarheit.

Die vorliegende Studie unternimmt auf Basis einer empirischen Erhebung von über 2200 Schülerinnen und Schülern am Beispiel eines bedeutenden deutschen Großschutzgebietes (Nationalpark Harz) den Versuch, die Wirksamkeit außerschulischer Umweltbildung im Hinblick auf die Förderung von Umwelt- und Naturschutzinteressen sowie in Bezug auf die Akzeptanz von (Wald-) Wildnis zu quantifizieren und zu bewerten. In diesem Kontext gelangt ein Untersuchungsdesign zur Anwendung, welches die Erfassung sowohl kurz- als auch mittelfristiger Wirkungen der Bildungsangebote ermöglicht. Neben dieser Wirkungsevaluation werden im Rahmen einer Konzeptevaluation relevante Faktoren identifiziert, die mit der Genese spezifischer Umwelt- und Naturschutzinteressen unmittelbar in Zusammenhang stehen. In diesem Kontext erweisen sich sowohl Veranstaltungsvariablen wie etwa ein resultierendes situationales Interesse, methodisch-didaktische Aspekte der Bildungsveranstaltung und sozial-emotionale Aspekte des Interpret(inn)enverhaltens als auch Anregungsfaktoren wie Medien, bisherige eigene Naturerfahrungen uvm. als bedeutsam.

Neben der unmittelbaren Praxisrelevanz der empirischen Ergebnisse gibt das Buch einen weitreichenden Überblick über relevante theoretische Zugänge. Ausgehend von pädagogisch-psychologischen Theorien zur Genese spezifischer und situationaler Interessen und deren Anwendung auf die Genese von Umwelt- und Naturschutzinteressen werden fachdidaktische Bezüge hergestellt. In diesem Kontext erfolgt eine Analyse von Befunden der aktuellen biologiedidaktischen Forschung. In Bezug auf die Thematik „Akzeptanz von Waldwildnis“ finden vor allem theoretische Zugänge der Landschaftsästhetik Berücksichtigung.

Die Ergebnisse der Studie ermöglichen es nicht nur Bildungsakteur(inn)en in Großschutzgebieten ihre jeweiligen Konzepte kritisch zu hinterfragen. Weiterhin lässt sich aus den Befunden ableiten, wie die Optimierung der außerschulischen Umweltbildung gefördert werden kann.



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