Dissertation: Reinheit und Ambivalenz

Reinheit und Ambivalenz

Formen literarischer Gesellschaftskritik im amerikanischen Roman der 1850er Jahre

Studien zur Anglistik und Amerikanistik, Band 3

Hamburg 2003, 308 Seiten
ISBN 978-3-8300-0807-1 (Print)

American Renaissance, Amerikanische Literatur, Empfindsamkeit, Fanny Fern, Harriet Beecher Stowe, Herman Melville, Literaturwissenschaft, Romantik, Sara Payson Willis

Zum Inhalt

Reinheit und Ambivalenz vereint drei intensive Analysen amerikanischer Romane der 1850er Jahre zu einer Momentaufnahme literarisch-bürgerlicher Öffentlichkeit zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit Harriet Beecher Stowes Uncle Tom‘s Cabin, Fanny Ferns Ruth Hall und Herman Melvilles Pierre bilden drei ganz unterschiedliche Texte die Untersuchungsbasis der Studie: Stowes wesentlich christliche geprägte Argumentation steht in deutlichem Kontrast sowohl zu Fanny Ferns realistischer Poetik des Unmittelbaren als auch zu Melvilles radikaler Erkenntnisskepsis.

Unter dem Leitaspekt der Selbstautorisierung der sich kritisch an die Öffentlichkeit wendenden ErzählerInnen tritt besonders der Einfluss zutage, den die Geschlechterrollen auf mögliche Positionierungen der AutorInnen ausüben. Denn Kritik bedeutet in den behandelten Romanen ganz wesentlich die Kritik einer Mutter (Stowe), einer Tochter und Mutter (Fern) und eines Sohnes (Melville) an einer Gesellschaft, die unter den Vorzeichen der zeitgenössischen empfindsamen Familienideologie in hohem Maße als erweiterte Familie aufgefasst wird.

Mit den Begriffen Reinheit und Ambivalenz skizziert die Arbeit schließlich ein Beschreibungsparadigma gesellschaftkritischer Literatur, das geschlechtsspezifische und ideologische Positionen in produktiver Weise neu aufeinander bezieht.



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