Dissertation: Studenten und Polizei

Studenten und Polizei

Eine empirische Untersuchung zur Akzeptanz der Polizei und ihrer Tätigkeit durch Studentinnen und Studenten am Beispiel von Studierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 15

Hamburg 2002, 386 Seiten
ISBN 978-3-8300-0645-9 (Print)

Community Policing, kriminologische Grundlagenforschung, Polizeiforschung, Polizeikontakte, Polizeiliche Bürgernähe, Polizeiverständnis, Rechtswissenschaft, Zusammenarbeitsbereitschaft

Zum Inhalt

Blockaden, Hausbesetzungen, Demonstrationen - nicht selten sind es Studenten, die in der ersten Reihe gesellschaftlichen Protests gestanden haben und stehen, - und regelmäßig treffen sie dabei auf die Polizei. Häufig kommt es zu Konfrontationen und dabei nicht selten auch zu Gewalttätigkeiten.
Sehen Studenten die Polizei deshalb als ihren Gegner an? Haben sie eine negative Einstellung zur Polizei, - weniger positiv als der Durchschnitt der Bevölkerung sonst?

Das vorliegende Buch beschäftigt sich erstmals umfangreich mit dem Verhältnis zwischen Studenten und der Polizei. Dazu wurden Studierende aller Fachbereiche der Universität Münster/Westf. mittels standardisierter Fragebögen befragt. Neben stichpunktartigen Fragen nach dem Wissen über die Polizei, nach den Quellen der Informationsgewinnung über die Polizei und nach der Einschätzung der Effektivität und Rechtmäßigkeit polizeilicher Arbeit sollten vor allem Fragen nach den Kontakterfahrungen und der Bereitschaft, sich sachlich mit polizeilichen Themen auseinanderzusetzen, gestellt und beantwortet werden.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das erwartete Spannungsverhältnis besteht, - jedoch in erheblich geringerer Intensität, als vermutet. Dabei scheinen es erster Linie die persönlichen Kontakte zu sein - seien sie dienstlich oder privat -, die für die befragten Studentinnen und Studenten von besonderer Bedeutung waren. Aber auch die persönlichen Komponenten der Probanden, die in der Berufszielsetzung (Fachbereich), in der politischen Orientierung und im Geschlecht ihren Niederschlag finden, haben sich ausgewirkt. Dabei haben sich zum Teil sehr klare Ergebnisse herausarbeiten lassen, so etwa eine erstaunlich negative, in Teilen gar besorgniserregende Meinung über die Gesetzmäßigkeit polizeilicher Arbeit. Vielleicht ein Resultat mangelnder Informationen?

Überrascht hat jedenfalls am Ende, dass die Polizei bei den Befragten ganz überwiegend als gesellschaftliche Strafverfolgungs- und Ordnungsinstitution akzeptiert und zahlreiche Vorschläge und Ideen für eine bessere Akzeptanz der Polizei und deren Arbeit in der Zukunft gemacht wurden. Insgesamt liefert das Buch recht interessante Einblicke in einen besonderen, erstaunlicherweise bisher nicht näher untersuchten gesellschaftlichen Bereich - für Studenten und Polizei!



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben