Doktorarbeit: Wodurch wirkt Fallsupervision?

Wodurch wirkt Fallsupervision?

Eine Untersuchung zur Erfassung der direkten Auswirkungen von klinischer Supervision auf den Therapieprozess

Schriften zur medizinischen Psychologie, Band 2

Hamburg 2002, 261 Seiten
ISBN 978-3-8300-0624-4 (Print)

Gesprächstherapie, Gesundheitswissenschaft, Grawe-Braun, Gruppensupervision, Interaktions-Ratingskalen, Klinische Psychologie, Klinische Supervision, Medizin, Psychologie, Psychotherapeutische Supervision, Supervisions-Ratingskala, VPPS, Wirkfaktoren der Psychotherapie

Zum Inhalt

Klinische Superversion ist für nahezu alle kassenärztlich anerkannten Psychotherapieverfahren inzwischen vorgeschrieben. Wissenschaftliche Erkenntnisse über die komplexen Vorgänge in Supervisionen, ihre Wirksamkeit und konkreten Einflüsse auf die darin vorgestellten Therapien existieren bis heute kaum.

Die Studie versucht, unmittelbare Auswirkungen von Supervisionen auf eine laufende, in der Supervision vorgestellte Therapie zu finden und sichtbar zu machen. Es wurde davon ausgegangen, dass sich Einflüsse und Veränderungen von Supervisionen unmittelbar in der Interaktion zwischen Therapeut und Klient abbilden und erkennen lassen. Untersucht wurden zwei aufeinanderfolgende aufgezeichnete Psychotherapiestunden, denen eine Supervision zwischengeschaltet war (22 Fälle). Dabei wurde die Therapeut-Patient-Interaktion fremdeingeschätzt mit dem Interaktionsbogen von Grawe/Braun und der Vanderbilt-Psychotherapie-Prozess-Skala (VPPS). Die erzielten Ergebnisse zeigen, wie in der Praxis hinlänglich bekannt, dass supervisionsabhängige Veränderungen zwischen zwei Therapiestunden offensichtlich stattfinden.

Ferner wurde eine Supervisions-Ratingskala entwickelt, die auf den sechs allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie nach Frank basiert. Die Wirkfaktoren wurden mit einer eigens entwickelten Ratingskala erfasst, die sich u.a. auf folgende Aspekte der Supervision beziehen: Die Klarheit von Gruppe und Therapeut im Supervisionsanliegen. Das emotionale Klima in der Gruppe, die Bereitschaft des Therapeuten, die Problematik seines Klienten im Zusammenhang mit seiner eigenen Geschichte zu sehen, die Zufriedenheit der Beteiligten mit der stattgefundenen Supervision. Deutlich wurde, dass die allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie vermutlich auch in Supervisionen von Bedeutung sind und Einfluss auf den Erfolg einer Supervisionssitzung haben.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben