Dissertation: Öffentlicher Sprachgebrauch und Political Correctness

Öffentlicher Sprachgebrauch und Political Correctness

Eine Analyse sprachreflexiver Argumente im politischen Wortstreit

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 52

Hamburg 2002, 274 Seiten
ISBN 978-3-8300-0610-7

Argumentationsanalyse, Linguistik, Psycholinguistik, Sprachkritik, Sprachmanipulation, Sprachwirkung, Sprachwissenschaft, Sprachzensur

Zum Inhalt

Seit Anfang der 90er Jahre ist „Political Correctness“ in aller Munde. Dabei wird der Ausdruck einerseits mit „korrekten“ politischen Meinungen und Verhaltensweisen assoziiert, andererseits auch - und das vielleicht in erster Linie - mit einer „korrekten“ Wortwahl in der Öffentlichkeit.

Die Arbeit „Political Correctness und öffentlicher Sprachgebrauch“ fokussiert insbesondere die sprachlichen Aspekte des Phänomens. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Annahme, daß das, was heutzutage als „Politcal Correctness“ bezeichnet wird, unter anderem eine Fortsetzung dessen ist, was man in früheren Jahren als „politischen Wortstreit“ oder „politische Sprachkritik“ bezeichnete - also die argumentative Auseinandersetzung um den angemessenen Gebrauch von Wörtern.

Da sich Sprachkritiker in solchen Argumentationen auf Annahmen über das Wesen und die Funktion von Sprache stützen, deren Richtigkeit sie meist nicht zu belegen versuchen, sondern lediglich behaupten, wird die These vertreten, daß die meisten Argumente, die in öffentlichen Debatten für bzw. gegen den Gebrauch bestimmter Ausdrücke vorgebracht werden, auf Auffassungen über Sprache beruhen, die nicht der Sprachwirklichkeit und nicht der Gebrauchsrealität von Sprache entsprechen.

Diese These soll durch einen Abgleich der Sprachauffassungen, die sich in den verschiedenen Argumenten spiegeln, mit plausibleren sprachwissenschaftlichen Theorien und psycholinguistischen Untersuchungsergebnissen bestätigt werden.

Dabei geht es nicht so sehr darum, politischen Sprachkritikern - die zumeist linguistische Laien sind - aus einer überlegenen Expertenposition nachzuweisen, daß ihre sprachtheoretischen Behauptungen nicht dem wissenschaftlichen Objektivitätsanspruch gerecht werden; vielmehr möchte die vorliegende Untersuchung einen Beitrag dazu leisten, Argumentationsweisen in politischen Debatten transparenter zu machen. Ziel der Arbeit ist es, ein realistisches Bild von der Rolle der Sprache in der Politik zu zeichnen. Daraus soll ein Plädoyer für eine größere Gelassenheit im Umgang mit Sprache in politischen Auseinandersetzungen abgeleitet werden.



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