Doktorarbeit: Kinderdelinquenz und Sozialkontrolle

Kinderdelinquenz und Sozialkontrolle

Eine Analyse unter Einbeziehung nationaler und europäischer Entwicklungstendenzen und Perspektiven

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 5

Hamburg , 386 Seiten

ISBN 978-3-8300-0491-2 (Print)
ISBN 978-3-339-00491-8 (eBook)

Zum Inhalt

Das abweichende Verhalten strafunmündiger Kinder wird seit Mitte der 90er Jahre wieder stärker als bedrohliche Entwicklung empfunden. Dabei bedienen sich Kriminalpolitik und Medien zunehmend den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik. Die Arbeit untersucht in einem ersten Schwerpunkt Aussagekraft und Informationswert dieser Statistik unter besonderer Berücksichtigung der 12- und 13jährigen und die Zusammenhänge zur steigenden Kriminalitätsfurcht vor strafunmündigen Tätern. Eine aktuelle detaillierte Untersuchung der statistischen Daten dieser Altersgruppe ist in der wissenschaftlichen Literatur bislang nicht zu finden.

Neben einer umfassenden Betrachtung der veränderten Sozialisationsbedingungen für Kinder wird der Frage nachgegangen, ob die Einbeziehung der 12- und 13jährigen in das System staatlicher repressiver Sozialkontrolle, speziell durch das Jugendstrafrecht, geeignete und erforderliche Maßnahmen verspricht.

Vor dem Hintergrund der Gefahren neo-repressiver Tendenzen im Umgang mit abweichendem Kinderverhalten werden Entwicklungstendenzen in England/Wales, Schottland, den Niederlanden und der Schweiz nachgezeichnet, eben in jenen europäischen Nachbarnationen, die das Strafmündigkeitsalter früher ansetzen als die Bundesrepublik Deutschland.

Ein weiterer großer Schwerpunkt bildet die kritische Bewertung internationaler und nationaler Reformkonzepte im Umgang mit Kinderdelinquenz. Hier stehen Themenkreise wie Strafmündigkeit, Strafzwecke, Verrechtlichungstendenzen, ambulante und stationäre Maßnahmen gegenüber Kindern im Blickpunkt der Überlegungen. Die Arbeit unternimmt den Versuch einer Perspektivbestimmung und Trendanalyse hinsichtlich einer gemeinsamen europäischen Kinder- und Jugendkriminalpolitik Ausgang des letzten Jahrtausends.

Neben dem großen Informationswert aktueller nationaler und internationaler Reformkonzepte versteht sich die Schrift als Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die strafrechtliche Sozialkontrolle junger Täter.

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